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5. Woche


5. Woche
verwurzelt sein in Gott mitten im Alltag

 


 

Der Alltag,
grau und eintönig
mit all dem, was er von uns fordert.
Arbeit, Beziehung, Stress und Herausforderungen.
Niemand kann sich dem entziehen.
Es fehlt die Ruhe, die Ordnung
und der Durchblick auf das Wesentliche
Den Alltag unterbrechen,
die ‚Mauern‘ durchbrechen,
um den einen wirklichen Durchblick zu bekommen,
das wäre gut.
Schenke ich mir Zeiten des Unterbrechens,
Zeiten, in denen ich den Durchblick wieder bekomme.
Durchblick auf den, der alles in seinen Händen hält.
Durchblick auf den, der immer da ist,
der mir Ruhe und Kraft schenkt,
der mir sagt, was der Weg und die Wahrheit ist.
Es wäre gut, immer wieder diesen Durchblick
auf IHN hin sich zu gönnen.
Es wäre gut, weil nur von daher
ich wieder durchblicke in meinem Leben
und erkenne, was leben und lieben heißt.

 

 

 

 

 

 

5. Woche - verwurzelt sein in Gott mitten im Alltag

 

Gebete zur Einstimmung

1. Impuls – durch Treue und Geduld

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Die Pforte war ein Ort, wo es sehr lebendig und oft stressig zuging. Für Bruder
Konrad war es ein menschlicher und ein geistlicher Lernort. 41 Jahre lang hat er
diesen Dienst treu und verantwortungsvoll ausgeführt. Er, der eigentlich sehr verschlossen
war, und in seinem Leben als Bauer ganz andere Arbeit getan hatte,
musste nun lernen, offen zu sein für alle Anliegen der Menschen. Er war ihnen
Seelsorger, Tröster, Ratgeber und diente allen mit dem, was er zu geben hatte. Es
war ein Herabsteigen zu den Ärmsten, ein Hinhören auf die Fragenden und ein
sich Zuwenden in Geduld, zu denen, die sich nach Liebe und Zuwendung sehnten.
Oft war er herausgefordert ungeduldig zu werden, aber durch sein verwurzelt
sein in Gott blieb er ruhig und gesammelt.

 

Für mein Leben

Wie geht es mir in meinen Aufgaben und in meiner Arbeit?
Gehe ich auf die Menschen zu in dem Bewusstsein, dass JESUS sein Leben für
jeden Einzelnen hingegeben hat und dass jeder damit für mich Bruder und
Schwester ist?

 

Übung für den Tag

Ich mache mir bei jedem Menschen, der mir begegnet bewusst, dass Jesus
ihn liebt.

 

Gebet

Jesus,
in der Ruhe und in der Stille liegt die Kraft.
Lass mich immer wieder Ruhe und Kraft finden bei dir.
Wenn es im Alltag stressig und herausfordernd ist,
hilf mir in Geduld und Treue meine Aufgaben zu erfüllen.
Du siehst mich und du kannst das Kleine großmachen.
Du bist der treue und geduldige Gott,
der mir im Alltag imm wieder Freude schenkt.

 

Tagesrückblick

 

 

5. Woche - verwurzelt sein in Gott mitten im Alltag

 

Gebete zur Einstimmung

2. Impuls – im Geschehenlassen

 

Lk 1, 38

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Bruder Konrad war Zeit seines Lebens ein großer Verehrer der Gottesmutter. Oft
besuchte er vor seinem Eintritt ins Kloster die Marienheiligtümer zu Kronberg,
Langenwinkel, Passau Mariahilf und Altötting. Später wurde die Gnadenkapelle
in Altötting Zentrum seiner Liebe zur Gottesmutter. Er versuchte beständig, die
Tugenden Mariens nachzuahmen: In einem seiner Vorsätze schreibt er: „Ich will
mich immer bestreben, eine innige Andacht zu Maria, der seligsten Jungfrau, zu
haben, und mich recht bestreben, ihren Tugenden nachzufolgen“. Aus dieser innigen
Verbundenheit mit Maria konnte Bruder Konrad sich in den Dienst der vielen
Menschen stellen und Gott in sich wirken lassen. Wie Maria ließ er den Willen
Gottes an sich geschehen.

 

Für mein Leben

Wozu möchte ich wie Maria „ja“ sagen in meinem Leben?
In welchen Lebenssituationen ist es an der Zeit, etwas anzunehmen und geschehen
zu lassen, im Vertrauen, dass Gott um mein Leben weiß?

 

Übung für den Tag

Ich nehme wahr, wo ich etwas geschehen lassen kann, im Vertrauen auf Gottes
Wirken.

 

Gebet

Maria,
du hast „ja“ gesagt zu Gottes Plänen
für dein Leben.
Wie du möchte ich Gottes Wirken
an mir geschehen lassen.
Wie du möchte ich „ja“ sagen zu dem,
was Gott mit mir vorhat.
Bitte du für mich!

 

 

Tagesrückblick

 

 

 

5. Woche - verwurzelt sein in Gott mitten im Alltag

 

Gebete zur Einstimmung

3. Impuls – durch das Schauen auf das Kreuz

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Er schreibt in einem seiner Briefe:
„Und die Mittel, die ich gebrauche, mich in der Demut und Sanftmut zu üben,
ist kein anderes als das Kreuz. Nur ein Blick auf ein Kreuz lehrt mich in jeder
Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe“.

„Das Kreuz ist mein Buch“ wurde sein Leitsatz.

 

Dieser Blick auf das Kreuz ist nicht ein flüchtiger Blick, sondern eine lang eingeübte
Meditation über das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu. In diesem Blick
sieht er den Menschen Jesu und Gottes Sohn. Er sieht das Wort, das Fleisch geworden
ist, die Botschaft Jesu, die unser Leben formen will und seine Liebe, die bis
zum Ende sich hingibt.
Es ist ein Blick der gegenseitigen Liebe, ein Schauen in die innere Verbundenheit
mit IHM. Wie Liebende sich in einer ganz tiefen Weise anschauen, darin verweilen
und schweigend ihre tiefe Verbundenheit erkennen, so hat es der Hl. Bruder
Konrad im Blick auf das Kreuz getan. Er war tief in Jesus Christus verbunden und
verwurzelt. Viele, die ihm damals begegnet sind, haben schon während seines
Lebens gespürt: Das ist ein Heiliger!

 

Übung für den Tag

Ich blicke immer wieder auf ein Kreuz und lerne, wie ich mich verhalten soll?

 

Gebet

Jesus,
ein Blick auf dein Kreuz lehrt mich,
dich immer wieder neu
kennen und lieben zu lernen.
Dein Leben ist unser Leben
Dein Sterben ist unsere Erlösung
Deine Auferstehung schenkt uns ewiges Leben bei Dir!
Lass mich immer mehr mit DIR leben.

 

Tagesrückblick

 

 

5. Woche - verwurzelt sein in Gott mitten im Alltag

 

Gebete zur Einstimmung

4. Impuls – im Durchblick auf Jesus

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Der Lieblingsplatz der Bruder Konrad war die Alexiuszelle (Foto s. S. 43), ein kleiner
Raum in der Nähe der Pforte. Durch einen Mauerdurchbruch konnte er von
dort direkt auf den Tabernakel der Klosterkirche schauen. Hierhin kam er, sooft
es ihm die Zeit erlaubte, um ein paar Minuten im Gebet und in der Anbetung vor
Jesus zu verweilen.
Er schreibt in einem Brief: „Meine Lebensweise besteht nun meistens darin: lieben
und leiden im Staunen und Anbeten und Bewundern der namenlosen Liebe zu uns
armen Geschöpfen. In dieser Liebe meines Gottes komme ich an kein Ende.“

Der Durchblick durch die Mauer auf den Tabernakel gab ihm den Durchblick
durch den Alltag auf Jesus und seine Liebe.

 

Für mein Leben

Was hilft mir, im Alltag den „Durchblick“ zu bewahren auf das, was wirklich
wesentlich ist?
Wo finde ich kleine Auszeiten, ein kurzes Innehalten, einen Blick darauf, wo
mir Gott in seiner Liebe begegnet?

 

 

Übung für den Tag

Ich gönne mir immer wieder einen kleinen „Durchblick“.

 

 

Gebet

Jesus, in den Mühen des Alltags
schenkst du mir kleine Durchblicke
auf deine Liebe hin.
Lass sie mich entdecken,
damit ich mein Leben durch-schaue
auf das, was hinter allem steht,
- auf dich.

 

Tagesrückblick

 

 

Rückblick auf die gesamte Exerzitienzeit

 

Meine Antwort auf Jesu Liebe

„Die Liebe besteht in der Mitteilung von beiden Seiten:
nämlich darin, dass der Liebende dem Geliebten gibt und
mitteilt, was er hat und kann; und genauso umgekehrt der
Geliebte dem Liebenden.“

(Ignatius von Loyola: Betrachtung zur Erlangung der Liebe, EB 231)

 

 

 

Ich rufe mir die liebende Zuwendung Gottes ins Gedächtnis, die
ich in diesen Wochen erfahren habe und spüre nach, wie ich darauf
geantwortet habe?
• Ich bitte Jesus darum, mir das Herz zu öffnen für das, was jetzt am Ende der Exerzitien wichtig ist?
• Wie habe ich das Beten in den Alltag mit hineingenommen?
• Wie hat sich mein Glaube und mein liebendes Dasein in meinen Beziehungen, in der Familie, in der Gemeinschaft,
   in der Arbeit, in der Kirche, ... ausgewirkt?
• Was hat mich gestärkt und mir Mut gemacht?
• Was habe ich aus dem Leben des Heiligen Bruder Konrad gelernt?
• Mit welchen konkreten Schritten will ich weitergehen?
• Das, was ich jetzt als Antwort auf die Liebe Gottes erkannt habe,
   lasse ich in einem persönlichen Gebet zum Ausdruck kommen.