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Sonntag der Weltmission: „Du führst mich hinaus ins Weite“


Datum: 
10.10.2017

Partnerland ist in diesem Jahr Burkina Faso - Festlicher Abend mit Erzbischof Phillippe Kardinal Quédraogo und und missio-Präsident Wolfgang Huber - Gottesdienste und Begegnungen mit Bischof Modeste Kambou

 

 

 

Sonntag der Weltmission:

„Du führst mich hinaus ins Weite“

 

Rund neun Millionen Menschen in Burkina Faso müssen mit weniger als 1.50 Euro täglich auskommen. Besonders viele Kinder leiden unter der Armut. Die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Dürrekatastrophen bringen zusätzlich noch Leid für die Menschen. Die Lebenserwartung in diesem Land beträgt gerade mal 59 Jahre (im Vergleich: Deutschland 81 Jahre). Trotz großer Entwicklungsfortschritte hemmen der geringe Bildungsstand und die nicht ausreichende Wasserversorgung die weitere Entwicklung des Landes. Damit steht eines der ärmsten Länder der Welt in diesem Jahr im besonderen Mittelpunkt des Weltmissionssonntages. „Wir sind Familie Gottes“ sagt die Kirche in dem westafrikanischen Land. Die lebendige Kirche setzt in Burkina Faso besonders auf die Ausbildung von ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männern, die das einfache Leben der Menschen teilen. Durch ihren Einsatz legen sie Zeugnis für den Glauben ab, geben Hoffnung und eröffnen Perspektiven für die, die sonst ohne Chance sind. Häufig unterstützen die Katechisten Mädchen und Frauen, die zwangsverheiratet, verstoßen oder misshandelt werden.
 
Der Weltmissionssonntag am 22 Oktober lädt uns ein, voneinander zu lernen und miteinander den Reichtum des Glaubens zu teilen. Er steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Du führst mich hinaus ins Weite“ (Psalm 18). Der Sonntag der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. Sie wird in allen katholischen Gemeinden der Welt durchgeführt, damit die ärmsten Diözesen ihre pastoralen und seelsorgerischen Projekte umsetzen können.  Umgesetzt wird die Hilfe von Projektpartnern vor Ort.

Die Partner aus Burkina Faso von missio München sind in den kommenden Wochen in Bayern in den Gemeinden unterwegs. Sie berichten in verschiedenen Veranstaltungen und Vorträgen über ihre Arbeit, die Situation der Christen in ihrer Heimat und feiern mit den Gläubigen Gottesdienste.  In der Diözese Passau sind Erzbischof Phillippe Kardinal Quédraogo und Bischof Modeste Kambou zu Gast.

 

Partnerland Burkina Faso

Übersetzt heißt Burkina Faso "Land des aufrichtigen Menschen". Der westafrikanische Staat grenzt an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana sowie an die Elfenbeinküste. Seine Unabhängigkeit erlangte das Land am 5. August 1960. Bis August 1984 wurde der Name Obervolta, den es in seiner Zeit als französische Kolonie erhielt, verwendet. Die Umbenennung erfolgte durch den panafrikanistisch-sozialistisch orientierten Präsidenten Thomas Sankara, der nach einer Phase politischer Instabilität 1983 in einer Revolution die Macht erlangte. Unter Blaise Compaoré, der das Land seit dem Putsch gegen Sankara semiautoritär regierte, herrschten stabile Verhältnisse, die zugunsten ausländischer Investitionen geschaffen wurden. Eine geplante Verfassungsänderung führte 2014 zu großen Demonstrationen, 2015 folgte ein Militärputsch der Präsidentengarde. Das Land hat heute eine parlamentarische Demokratie und eine moderne Verfassung. Seit 11/2015 führt Präsident  Roch Marc Kaboré das Land.
In Burkina Faso leben knapp 20 Millionen Menschen. Es gehört aber zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Knapp 45 % der Bevölkerung müssen mit weniger als 1,50 Euro pro Tag auskommen. Viele sind unterernährt – davon sind rund ein Drittel der Kinder betroffen. Das Land liegt zu einem großen Teil in der trockenen Sahelzone in Westafrika. Ein großer Teil des Landes ist daher ohne künstliche Bewässerung nicht landwirtschaftlich nutzbar. Es verfügt auch nicht über nennenswerte Bodenschätze. Große Not herrscht oft durch die regelmäßig wiederkehrenden Dürreperioden hauptsächlich bei der Landbevölkerung. Mangelnder Bildungsstand und schlechte Wasserversorgung hindern die weitere Entwicklung.
Das Land zeichnet sich aber durch eine gewisse Stabilität aus. Die einen glauben an Gott, die anderen an Geister: Das Zusammenleben der verschiedenen Religionen gilt als vorbildlich. 60 Ethnien leben hier friedlich miteinander. Über die Hälfte der Burkiner (60,5 %) sind heute Muslime, 23,2 % sind Christen, die Restlichen gehören einer afrikanischen Religion an. Extremisten bedrohen das tolerante und friedliche Land. Der sinkende Goldpreis, das wichtigste Einnahmemittel, und die fortschreitende Zerstörung der Umwelt sind weitere Probleme des Landes.  

 

 

Der Sonntag der Weltmission

ist die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche weltweit. Papst Pius XI. führte diese Kampagne 1926 für die gesamte Kirche ein. Der Sonntag der Weltmission wird jeweils am vierten Sonntag im Oktober von allen Pfarrgemeinden auf der ganzen Welt begangen. Mit Spenden und der Kollekte am Sonntag der Weltmission sammelt missio für die ärmsten Diözesen der Weltkirche. missio unterstützt die katholische Kirche in über 90 Partnerländern in Afrika, Asien und Ozeanien, insbesondere durch die Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Zudem finanziert das Werk den Aufbau der kirchlichen Infrastrukturen. Das Hilfswerk zählt in Deutschland rund 300.000 Mitglieder. Weitere Informationen unter www.missio.com

 

Gottesdienste und Begegnungen in der Diözese Passau

  • mit dem Weltmissionsgast Bischof Modeste Kambou:

Freitag, 13. Oktober
19.00 Uhr Gottesdienst mit Rosenkranzgebet in der Pfarrkirche in Unterneukirchen
anschl. Gesprächsabend im Pfarrheim

Samstag, 14. Oktober
18.00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche in Neuschönau
anschl. Gesprächsabend im Bürgersaal

Sonntag, 15. Oktober
10.00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche in Postmünster  

 

  • mit den Weltmissionsgästen Erzbischof Phillippe Kardinal Quédraogo und Bischof Modeste Kambou aus Burkina Faso:

Mittwoch, 18. Oktober
19.00 Uhr Abend der Begegnung
mit Bildern und Berichten im Kloster Schweiklberg Vilshofen. Die beiden Projektpartner werden über die gesellschaftliche Situation in ihrer westafrikanischen Heimat berichten und diskutieren.

Mit dabei sind Monsignore Wolfgang Huber, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in München, Bischof Dr. Stefan Oster SDB und der Bischöfliche Beauftragte für Mission und Weltkirche, Domkapitular Manfred Ertl. Der Musiker Mamadou Sanou mit seinem Ensemble aus Burkina Faso gestaltet den Abend musikalisch. 
Bei Interesse bitte Anmeldung unter missio München, Barbara Brustlein: b.brustlein@missio.de, Tel.: 089-5162-610

 

Kardinal Philippe Ouédraogo, Erzbischof des Bistums Ouagadougou:
„Unsere Kultur beruht auf Toleranz“

Ouédraogo engagiert sich stark für den interreligiösen Dialog. Einige seiner Geschwister sind Muslime, andere Christen. Der Kardinal setzte sich für Solidarität und Versöhnung nach den politischen Unruhen 2014 ein und spielte eine wichtige Vermittlerrolle nach dem gescheiterten Militärputsch 2015. Dafür hat er sich im Land großen Respekt erarbeitet. Seit 2009 ist er Erzbischof im Bistum Ouagadougou; 2014 wurde er zum Kardinal. Unter anderem ist er Mitglied im Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog. Zur jetzigen Situation im Land sagt er: „Wir haben schwierige Zeiten hinter uns. Aber jetzt ist der Zug auf dem richtigen Gleis, auch wenn es immer noch einige Turbulenzen gibt.“

Bischof Modeste Kambou:
„Die Christen werden dann akzeptiert, wenn sie das Leben der Menschen besser machen!“

Bischof Kambou geht wirklich „an die Ränder“ und setzt sich im Sinne von Papst Franziskus für die Ärmsten der Armen ein. Wichtige Aufgaben in seinem ländlich geprägten und weitläufigen Bistum sind für ihn die Begleitung der Basisgemeinden und engagierten Laien, die Erstevangelisierung, das Zusammenleben von Christen und Anhängern traditioneller Religionen sowie die Frage, wie sich christlicher Glaube und lokale Bräuche vereinbaren lassen. Er wurde 1991 zum Priester geweiht; 2007-2011 war er Generalvikar; seit 2011 ist er der erste Bischof des vom Bistum Diébougou abgetrennten neugegründeten Bistums Gaoua.

 

Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag 2017:

Die Mission im Herzen des christlichen Glaubens

„Dieser Tag lädt uns ein, erneut über die Mission im Herzen des christlichen Glaubens nachzudenken“, so Papst Franziskus. „Deshalb sollten wir uns einige Fragen stellen, die unsere christliche Identität betreffen und unsere Verantwortung als Glaubende in einer durch zahlreiche Illusionen verwirrten Welt, die durch große Unzufriedenheit verwundet und von vielen Bruderkriegen zerrissen ist, die ungerechterweise vor allem Unschuldige treffen. Was sind die Grundlagen der Mission? Was ist das Herz der Mission? Welches sind die für die Mission lebensnotwendigen Haltungen?“…… (MEHR)

 

Alle Fotos: Missio München, außer Papstfoto: pbp Archiv