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St. Martin – ein Vorbild für Solidarität und Mitmenschlichkeit


Datum: 
10.11.2017

Der 11. November steht im Zeichen des heiligen Martins von Tours

 

St. Martin – ein Vorbild für Solidarität und Mitmenschlichkeit
 


Foto: Friedbert Simon/pfarrbriefservie

 

Sankt Martin: Ein Heiliger, den wir alle bereits seit unserer Kindheit kennen. Die Christen erinnern an seinem Gedenktag mit Martinsumzügen an die Legende um den heiligen Martin. Insbesondere Kinder beteiligen sich mit selbstgebastelten leuchtenden Laternen an diesen Umzügen und singen dabei die bekannten Martinslieder. Die Bedeutung dieses Heiligen als Vorbild für Solidarität und Mitmenschlichkeit wurde im Jahre 2005 auch durch den Europarat unterstrichen, der den heiligen Martin als „Person des Teilens und gemeinsamer Werte für Europa“ würdigte.

Der Heilige Martin wurde um 316/317 in der Stadt Sabrina, die im heutigen Ungarn liegt, geboren. Sein Vater war ein römischer Offizier. Auf dessen Wunsch hin trat auch Martin in die Armee ein. Eines Tages war Martin an einem Wintertag mit seinem Pferd unterwegs und traf auf einen armen Bettler, der in der Kälte saß und Martin um Hilfe bat. Martin trug selbst nichts außer seiner Kleidung und ein Schwert am Leib. Doch er wollte dem Mann helfen. So zerschnitt er seinen Wollumhang in zwei Stücke und gab einen Teil dem Bettler, damit dieser sich damit einhüllen konnte. In der folgenden Nacht träumte Martin von Jesus Christus, der ihm in der Gestalt des Bettlers erschien. Jesus soll gesagt haben: „Martinus, der noch nicht getauft ist, hat mich mit diesem Mantel bekleidet.“
Von nun an widmete Martin sein Leben ganz Gott. Er trat aus dem Militär aus und ließ sich taufen. Später wurde er Priester und sogar Bischof von Tours. Sein ganzes Leben lang war er für arme Menschen da. Er starb im Alter von 81 Jahren am 8. November 397.

Der heilige Martin ist neben dem heiligen Nikolaus vermutlich einer der bekanntesten Heiligen. Die traditionellen Martinsumzüge sollen an seine guten Taten erinnern. Sie werden meist von einem Reiter begleitet, der einen römischen Helm und einen Purpurmantel trägt. Die oft an diesem Tag verzehrte Martinsgans erinnert an die Legende, wonach sich Martin in einem Gänsestall versteckt hatte, um dem Bischofsamt zu entgehen. Doch die gefiederten Tiere verrieten in durch ihr Geschnatter.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag
Der Name Martin kommt vom lateinischen Martinus. Er ist gleichzeitig auch Vorname und Familienname. Bisher trugen fünf Päpste den Namen Martin bzw. Martinus. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und damit steht auch ein bekannter Vertreter dieses Namens, der Pfarrer und Reformator, Martin Luther, eng damit im Mittelpunkt.

Ob Martin oder Maarten (niederländisch), Martino (italienisch), Martinović ( südlawisch), Martti (finnisch):  Herzlichen Glückwunsch allen Martins, die an diesem Tag ihren Namenstag feiern.

Wie geht man mit so einem Namen eines gerühmten Heiligen um? Was bedeutet der Name für einen selber, für das eigene Leben? Wir haben bei drei „Martins“ aus unserem Bistum dazu  nachgefragt:

Regens Martin Dengler:

Schon als Kind habe ich mich gefreut den Namen des Heiligen Martin von Tours tragen zu dürfen, weil seine Legende bereits die Kinder im Kindergarten kennen und die Geschichte vom Mantelteilen gerne nachspielen; außerdem hat mich schon immer beeindruckt wie zu Ehren des Heiligen Martin Lichter in selbstgebastelten Laternen in die dunkle Novembernacht getragen werden.
Mit den Jahren, in denen der Glaube in mir herangereift ist, wurde mir aber immer bewusster, dass die Botschaft hinter der Legende des Heiligen Martin alles andere als ein Kinderspiel ist; sie ist wohl eine der größten Herausforderungen des Evangeliums für jeden, der Christus nachfolgen will wie der heilige Bischof Martin: Im Angesicht des anderen Menschen – besonders des Armen und Notleidenden – das Angesicht unseres Herrn Jesus Christus erkennen und ihm mit der Liebe begegnen, mit der Jesus auf uns zukommt. Da bitte ich meinen Namenspatron jedes Jahr am Namenstag um seine Fürsprache, dass es mir immer wieder gelingt, mit meinem Glaubenszeugnis bei der Begegnung mit Menschen, die auf ein Zeichen der Liebe warten, ein kleines Licht in die Dunkelheit unserer Welt zu tragen.

Ein persönliches Highlight auf dem Weg mit meinem Namenspatron war vor einigen Jahren die Wallfahrt nach Tours ans Grab des heiligen Bischofs zusammen mit den Pfarrangehörigen des Pfarrverbandes Rotthalmünster, wo ich sieben Jahre Pfarrer sein durfte und gleich zwei Kirchen dem Heiligen Martin geweiht sind.“

 

Dekan Martin Prellinger

Ich bin sehr stolz auf meinen Namen „Martin“. Mein Name verbindet mich stark mit meiner Herkunftsfamilie und in der Tradition, in der ich stehe.
Der Vorname „Martin“ ist väterlicherseits von einer Generation an die andere weitergeben worden. Mein Großvater hieß mit Vornamen so, mein Vater und schließlich auch ich. Wobei ich meinen Vornamen erst nach einer Diskussion meiner Eltern erhalten habe, da mein Vater anmerkte, dass er nie mit Martin angesprochen wird, sondern nur mit Abwandlungen des Namens wie „Matte“ oder „Matt“. Schließlich einigten sich meine Eltern bei mir doch auf Martin, unter der Bedingung, dass ich auch immer als Martin angesprochen werde und nicht eine Abkürzung oder Variante gebraucht wird. So bin ich ein Martin geworden und ein Martin geblieben.

Von heute aus betrachtet, merke ich auch, wie mich mein Namenspatron, der hl. Martin, geprägt hat. Ganz besonders auch in meinem Glauben und in meinen Bemühungen Gott und den Menschen nahe zu sein. Die Legenden von Sankt Martin erzählen es ja, wie er zum Glauben gekommen ist und wie er Gottes- und Nächstenliebe gelebt hat. Und noch etwas: Das Evangelium bei Matthäus, von den Werken der Barmherzigkeit, das am Fest des Hl. Martin trifft, ist das große Bildthema in Kirche von Ludwigsthal, wo ich als Pfarrer arbeite“.

 

Martin Schropp, Mesner und Domoberministrant:

„Meine Mutter hat gesagt ich heiße Martin, weil ich in der Pfarrei St. Martin geboren wurde.
Ich bin sehr glücklich Martin zu heissen. Der Hl. Martin war ja der erste Heilige, der nicht als Märtyrer, sondern wegen seiner Hilfe heiliggesprochen wurde. Über Jahrhunderte war der Heilige Martin das Vorbild wegen seiner Bescheidenheit und wegen sein soziales Wirken.
Ich versuche immer, bei allen Entscheidungen meinem Wesen den Heiligen Martin als Vorbild zu nehmen, wenn mir das natürlich auch nicht immer gelingt“.

 

 

Auch Kirchen haben Namenstag: Patrozinium St. Martin

  Patrozinium St. Martin: Weihmörtung und Hütt
 

2016 wurde in Europa das 1700-jährige Jubiläum des Heiligen Martin gefeiert. An vielen Orten wurde an die Geburt des Heiligen vor 1700 Jahren gedacht. Seine Bekanntheit, seine Popularität ist bis heute ungebrochen groß.  In Deutschland gibt es über 600 Kirchen die nach St. Martin benannt sind. 30 Pfarrkirchen, Nebenkirchen und Kapellen sind im Bistum Passau dem Heiligen gewidmet und können an diesem Tag ihr Patroziniumsfest feiern. Ein Teil von ihnen – Orte des Teilens – liegen an neueröffneten Martinusweg, der über Passau, Landshut, weiter nach Landsberg, Kaufbeuren und dann von Memmingen hinüber zur Nachbardiözese Rottenburg-Stuttgart führt.

Fotos: Pfarrei Weihmörting/Pfarrei Eichendorf