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Jahresrückblick 2017


Datum: 
18.12.2017

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende. Im Passauer Stephansdom werden die Gläubigen am 31. Dezember  zusammen mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB die Schlussandacht des Jahres feiern. Gemeinsam wurde das vergangene Jahr in die Hände Gottes gelegt, mit allem, was uns bewegt. Und zugleich wird für das kommende Jahr Gottes Segen erbeten. Für die Kirche, für die Welt, für alle Menschen und für uns selbst. Gemeinsam blickten wir auch auf wichtige kirchliche Ereignisse des Jahres 2016/2017 zurück. (Den Rückblick unserer Radioredaktion können Sie in unserem Podcast hören.)

 

 

Eine kleine Auswahl -

Jahresrückblick Dezember 2016 - November 2017

 

                             Dezember

Bischof Dr. Stefan Oster SDB hat zum 1. Adventsonntag den Hirtenbrief: „Es ist Zeit aufzustehen vom Schlaf (Röm 13,11)“ verfasst. Er beschäftigt sich dem großen Thema: Wie können wir einander helfen, neu in den Glauben zu finden, ihn neu zu vertiefen? Was bedeutet es, „neu zu evangelisieren“? Wie geht das, Menschen von heute, mit ihren Fragen von heute, unseren Glauben so zu erschließen, dass sie berührt werden? So, dass sie spüren, hier ist wirklich eine Quelle des Lebens, der Heilung, der Tiefe, der Schönheit und der Wahrheit?
Das gab es schon lange nicht mehr: In der Basilika St. Anna in Altötting hat Bischof Oster Michael Klug, Peter Kunz und Marco Stangl am 3. Dezember feierlich zu Diakonen geweiht. Nachdem in diesem Jahr im Bistum Passau kein Kandidat zum Priester geweiht wurde, wird es am 1. Juli 2017 gleich drei Kandidaten geben.
In der Kirche St. Nikola der Altstadtpfarrei Passau konnten pünktlich zum Patrozinium am Nikolaustag wieder regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden. Nach vier Jahren Restaurierung und Umgestaltung erfolgte am 4. Dezember, die Wiedereröffnung der Universitätskirche St. Nikola mit der Segnung des neuen Ambo und die Weihe des Altares durch Bischof Oster SDB.  Viele fleißige Hände waren hier intensiv an den rund 90 Fresken am Werk, die einzelne Szenen aus dem Leben des heiligen Nikolaus abbilden.
Papst Franziskus wurde am 17. Dezember 80 Jahre alt - Bischof Stefan Oster gratuliert dem Heiligen Vater per Videobotschaft: "Wir danken Ihnen für alles, was Sie für die Kirche tun". "Geheimrezept" des Papstes für sein Alter: Gebete und guter Schlaf.
Bischof Stefan Oster hat am 28. Dezember die Sternsingerinnen und Sternsinger und ihre Begleiter bei einer großen diözesanen Feier in Passau ausgesendet. Mit ihren prächtigen Gewändern und glänzenden Kronen, angeführt von einem Stern zogen Sternsingerinnen und Sternsinger wieder von Tür zu Tür. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit!“ hieß das Leitwort der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen. Mit dem Beispielland Kenia wurde auf den Klimawandel aufmerksam gemacht und die daraus resultierenden Folgen für die Menschen.

 

Januar

Über 100 Sternsinger aus ganz Deutschland hieß die Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihrem Dienstsitz in Berlin beim 34. Empfang in Folge am 9. Januar, willkommen. Merkel hat ihnen für ihren Einsatz gedankt. Mittendrin die Sternsinger aus der Pfarrei St. Martin/ Geratskirchen aus dem Pfarrverband Mitterskirchen. Die Gruppe hatte sich am Sternsinger-Wettbewerb beteiligt und beim Preisrätsel mit dem Wort „Leben“ die richtige Lösung gefunden. Bei der anschließenden Ziehung der diözesanen Gewinner unter 897 richtigen Einsendungen hatten sie zudem das nötige Losglück.
2017 sind es 500 Jahre her, dass Martin Luther seine Thesen an die Kirche zu Wittenberg schlug. Ein Ereignis von großer Bedeutung und Auswirkung für die katholische und evangelische Kirche. Erstmals in der Geschichte wollten die beiden Kirchen gemeinsam dieses Ereignis gedenken und feiern. Im Bistum Passau fand ein ökumenischer Auftaktgottesdienst der katholischen und evangelischen Kirche zum gemeinsamen Reformationsgedanken 2017 in der Pfarrkirche St. Paul in Passau am 27. Januar mit einer Predigt von Dekan Bub statt. Der Gottesdienst stand unter dem Wort: „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“.

Februar

Die Klassenzimmertür steht ihnen nun offen: Bischof Oster hat acht jungen Referendarinnen und Referendaren für das Lehramt Gymnasium am 10. Februar die Missio Canonica verliehen. Diese Unterrichtserlaubnis berechtigt die Pädagoginnen und Pädagogen nun in Verbindung mit dem zweiten Staatsexamen, das Fach Religion zu unterrichten. Seminarsprecher Thomas Bittner blickt wie die übrigen sieben Beauftragten hochmotiviert in die berufliche Zukunft: „Für jeden von uns ist es eine besondere Aufgabe, im Auftrag der Kirche Religionsunterricht erteilen zu dürfen. Es ist Aufgabe, Ehre und Verpflichtung gegenüber unserem eigenen Glauben, der künftig vielen Anfragen standzuhalten hat.“
Bischof Stefan Oster hat den neuen Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger am 12. Februar bei einem Pontifikalgottesdienst in den Dienst eingeführt.  "Ich bin mir der Verantwortung und des Anspruchs bewusst", erklärte der neue Domkapellmeister nach der Einführung. Mit seiner Aufgabe und der Musik wolle er für die Gottesdienstbesucher ein Zeugnis des Glaubens sein.
Wie gehen wir im Bistum Passau einen gemeinsamen Weg in die Zukunft? Welche Ziele, welche Vision stellt uns Gott vor Augen und Herzen? Gemeinsam mit dem Bischof danach Ausschau zu halten und daran zu arbeiten – das war ein zentrales Anliegen der viertägigen Konferenz von Dekanen, Domkapitel und Ordinariatsrat, die Mitte Februar stattgefunden hat. Auch im Bistum Passau wird intensiv um die Frage gerungen, wie Erneuerung des Glaubens gelingen kann und welche Strukturen dazu hilfreich und notwendig sind. Bischof Oster sagte dazu: „Ich wünsche mir einen Weg, bei dem wir auf Gottes Geist hören, bei dem wir uns und die Gläubigen und alle, die sich mit uns auf den Weg machen wollen, nicht überfordern und auch unsere Ressourcen gut im Blick haben.“
Auch die sich verändernde Bestattungskultur war in diesem Jahr in Sarns ein Themenschwerpunkt. Unter der Leitung von Seelsorgeamtsleiter Dr. Hans Bauernfeind wurde von Priestern und weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern ein Konzept entwickelt, das vorsieht, dass Bestattungen in naher Zukunft auch durch hauptamtliche pastorale Laien möglich sein können. „Dadurch wollen wir unserem Auftrag noch mehr gerecht werden, dass alle, die zur Kirche gehören, das Wirken Jesu Christi als Segen erfahren“, so Dr. Bauernfeind.

 

März

Unter dem Motto „Braucht´s des wirklich?“ haben Bischof Oster und Passauer Landrat Franz Meyer die Aktion „Klimafasten“ vorgestellt, die von Aschermittwoch, 1. März, bis zum Ostersonntag möglichst viele Menschen in der Diözese und im Landkreis ansprechen soll. „Papst Franziskus hat uns mit der `Enzyklika Laudato Si - die Sorge um das gemeinsame Haus` eine Steilvorlage geliefert. Noch nie hat ein Papst so zur gesamten Weltbevölkerung gesprochen“, erklärt der Bischof. „Wir als Christen haben gemeinsame Verantwortung. Wir sind aufgefordert unsere Schöpfung zu hüten, zu pflegen, zu bebauen und auch zu ehren in ihrer eigenen Würde“, so der Bischof.
Gläubige haben voll Vertrauen den Segnungsgottesdienst am 10. März, in der Altöttinger St. Anna-Basilika aufgesucht; dabei spendeten Bischof Oster, Bischof em. Schraml, die Priester und Diakone den Einzelsegen, auch das Sakrament der Versöhnung (Beichte) wurde angeboten. Gerade Menschen, die durch Krankheit, Sorge und Leid gebeugt sind, suchen Beistand und Trost im intensiven Gebet, beim Kirchenbesuch als einem Ort des Heiles und Oase der Barmherzigkeit, dass sie wieder aufgerichtet und gestärkt werden.
Kontakte knüpfen, bewerben und in eine berufliche Zukunft starten – darum geht es bei der Ausbildungsmesse in der Dreiländerhalle vom 17. bis 18. März. Auch das Bischöfliche Ordinariat stellte sich mit einem neu gestalteten Stand zusammen mit der Caritas als „starker Ausbilder“ vor. „Mit unserem Stand machen wir deutlich, dass die Kirche mit zwei Beinen in der Wirklichkeit steht. Auch wir brauchen junge Menschen, die nicht nur fürs Evangelium und Jesus Christus begeistert sind, sondern auch ihre Frau und ihren Mann im Leben stehen. Wir als Kirche wollen zeigen, dass wir selber auch ein richtiger Ausbildungsbetrieb sind“, so Generalvikar Dr. Klaus Metzl.

 

April

1300 Schüler der Maria-Ward-Schulen Altötting machten sich zum 19. Mal mit ihren Lehrkräften auf den Weg durch die Wallfahrtsstadt, um mit Plakaten und Transparenten auf die bedrückende Lage der Kinder vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika aufmerksam zu machen. Dem Solidaritätsmarsch am 7. April vorausgegangen war eine Spendenaktion, bei der die Schüler innerhalb von zwei Wochen 29.600 Euro für 15 Projekte sammelten.
Am 90. Geburtstag von Benedikt XVI. am 16. April ist im Papstgeburtshaus in Marktl am Inn die Sonderausstellung „Noch nicht in vollem Licht“ eröffnet worden. Die Sonderausstellung bezieht sich auf den Geburtszeitpunkt Benedikts – damals, 1927, am Karsamstag, eben noch nicht an Ostern, aber schon in Erwartung des Hochfestes. Bischof Oster würdigte Benedikt in dessen Geburtszimmer mit einem Gebet: „Wir danken Dir für Deinen großen Sohn, sein Lebenswerk und alles, was er für uns getan hat. Sein Glaube und sein Vertrauen auf den Auferstandenen hat Benedikt XVI. zeitlebens begleitet und reifen lassen“, so Oster. Er rief die Gläubigen auf, dankbar zu sein für das osterliche Zeugnis des emeritierten Papstes und „für ihn und für uns alle zu beten“.
Oster segnete am Ostersonntag das Papstgeburtshaus und „alle, die darin wirkten und wirken“. Am Morgen des Ostersonntags hatten sich hier, zur Geburtsstunde des emeritierten Papstes, in Stille bereits Menschen versammelt, bevor die Osterliturgie gefeiert wurde. Die Diözese Passau und die Stiftung Geburtshaus Benedikt XVI. haben zum 90. Geburtstag einem Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. – eine Osterkomposition als Geschenk des Bistums Passau und der Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI.  Ausgewählt wurde das Werk „Mache dich auf“ des gebürtigen Passauer Komponisten Philipp Ortmeier (*1978).
Mit Gottes Segen auf dem Wasser unterwegs: Der Rummel an der Liegestelle 7 an der Donau in Passau war groß am 26. April. Kein Wunder. Denn so etwas hat es seit 25 Jahren nicht mehr gegeben in der Dreiflüssestadt: Eine Schiffstaufe. Und noch dazu eine so besondere. Das erste Cabrioschiff in Passau! Bischof Stefan Oster hat den Segen erteilt. Ministerpräsidents-Gattin Karin Seehofer hat es auf den Namen "SUNliner" getauft.
Wenn wir wallfahren, dann wollen wir uns auf den Weg einer guten Zukunft entgegen machen. Wir brechen auf in eine gute persönliche, aber auch eine gesellschaftliche „Zukunftszeit“, deren Einheit in der Vielfalt liegt. Unter diesem Motto "Zukunftszeit - Einheit in Vielfalt"- sind vom 28.  - 30 April wieder zigtausende Wallfahrer von Passau nach Altötting gestartet. Und unter diesem Motto sind der Passauer und der Osterhofener Zug am Samstag mit einem großen Halleluja in die Basilika eingezogen.  

Mai

Die Wallfahrtssaison in Altötting wurde am 1. Mai offiziell eröffnet worden. Mit Kardinal Kurt Koch aus Rom würdigte ein Vertreter der Kirche in Rom die Bedeutung des Wallfahrtsorts. Das Leitbild der Altöttinger Wallfahrt, "Mit Maria zu Jesus", bewähre sich, sagte Kardinal Koch in seiner Predigt. Die Gottesmutter führe uns nicht nur zu ihrem Sohn, sondern damit auch zur inneren Einheit der Kirche. "Wir sind gut beraten, bei Maria zu lernen, was Glauben in Wort und Tat bedeutet", sagte Koch. Maria werde zur Mutter aller - zunächst aber war sie "Gottes Wohnung in der Welt", so der Kurienkardinal.
Das wohl wichtigste rein katholische Fest 2017 wurde in diesem Jahr in Fatima gefeiert. Die Erscheinungen jährten sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Fatima gilt als einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt.  Jährlich bis zu sechs Millionen Pilger kommen jedes Jahr dorthin um vor der Marienstatue zu beten und Buße zu tun. Auch im Bistum Passau werden die Fatimatage immer besonders gefeiert.
Ein halbes Jahr lang war eine Pilgermadonna im Bistum Passau unterwegs und hat an das 100-jährige Jubiläum der Erscheinung Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in Fatima erinnert. Am 13. Mai wurde die Statue in der Wallfahrtskirche Sammarei auf die Reise geschickt. „Anliegen dieser Reise der Pilgermadonna ist es, der ‚Botschaft von Fatima‘ von Neuem Gehör zu verschaffen, um den Frieden in unserer Welt zu beten, das Rosenkranzgebet zu fördern und die Liebe zur Gottesmutter in den Herzen der Gläubigen zu stärken“, so Pfarrer Jörg Fleischer aus Rotthalmünster.
Bischof Stefan Oster SDB hat am 16. Mai das neue "Caritas-Haus" an der Donaulände eingeweiht. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit finden sich hier über 50 Mitarbeiter in ihrer neuen Wirkstätte ein. Das „Konradinum“ ist ein Zentrum der Caritas in Passau. Auf vier Ebenen erfahren die Menschen hier Hilfe von A wie Arbeitslosigkeit bis Z wie Zwangsversteigerung. Sie erhalten Rat und Begleitung, Essen oder Kleidung. Dort ist auch Raum für das Miteinander von haupt- und ehrenamtlicher Arbeit. Rund 20 Dienste und Einrichtungen des Caritasverbandes für die Diözese Passau e.V. und des Caritasverbandes für Stadt und Landkreis Passau e. V. sind unter einem Dach vereint. Dazu ein Raum für Gebet und Gottesdienst. Vom Jahrhunderthochwasser 2013 wurde das Konradinum so schwer beschädigt, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kam. Deshalb hat sich das Bistum Passau für einen kompletten Neubau entschieden.
Für Integration - Gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Deutsche Bischofskonferenz vergab 2017 zum zweiten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Zweite Preise zu jeweils 3.000 Euro erhielten im Mai die Initiative „bleib.mensch“ aus Grevesmühlen und der Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg. Seit Oktober 2013 setzt sich die örtliche katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit evangelischen Christen und Muslimen sowie der Lokalpolitik intensiv dafür ein, dass vor Ort eine lebendige Willkommenskultur wächst und aufrechterhalten wird. Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung eines Caritas-Beratungsbüros, in dem nun eine in Aleppo geborene Muslimin arbeitet. Kinder und Jugendliche werden gezielt unterstützt, um Zugang zu Bildung und Berufsqualifikation zu erlangen.

Juni

Diözesanwallfahrt -  Ein Bistum fliegt aus: 170 Pilger aus allen Ecken des Bistums Passau sind von 12. – 15. Juni mit Bischof Oster im französischen Wallfahrtsort Lourdes gemeinsam im Glauben unterwegs gewesen. Und Pilger in diesem Sinn waren die Menschen aus dem Bistum Passau vom ersten Moment an: Ob beim Eröffnungs-Gottesdienst in der Oberen Basilika oder beim Gang in die Grotte von Massabielle, in der 1858 dem 14-jährigen Mädchen Bernadette Soubirous die Gottesmutter erschienen ist. Seit mehr als 150 Jahren zieht es Menschen nunmehr an diesen Ort: Die französische Kleinstadt Lourdes am Fuß der Pyrenäen ist zum Pilger-Magnet geworden. Mehr als fünf Millionen Menschen kommen Jahr für Jahr in den Marienwallfahrtsort.
Einladende Kirche sein und erleben: Am 21. Juni fand Nightfever in der Studentenkirche St. Nikola statt.  Bei sommerlichen Temperaturen machte der Gebetsabend „Nightfever“ seinem Namen alle Ehre. Ideale Bedingungen für die jungen Leute des Nightfever-Teams, die mit Kerzen und Einladungskarten ausgeströmt sind, um die Passanten in die offene Kirche einzuladen. Nightfever ist eine Initiative junger Christen, die die Liebe und Barmherzigkeit Gottes erfahren haben und diese anderen weitersagen möchten.
Beraten, pflegen, fördern und begleiten. Fachlich auf hohem Niveau und verbunden mit der Botschaft Jesu Christi. So geht die Caritas im Bistum Passau in die Zukunft. Die Amtseinführung des neuen Direktors Michael Endres (48) am 22. Juni, war Standortbestimmung und Weichenstellung für den katholischen Wohlfahrtsverband. Dazu gehören: ein klares Profil, eine Sozialplanung für die Regionen, die Dienste für die Zukunft möglichst breit vor Ort aufzustellen und sozialpolitisch den Menschen Stimme geben, die nicht im Mittelpunkt stehen.
23. Juni bis 1. Juli: Das war die Maria-Hilf-Woche 2017. Und damit hat das Bistum Passau zum zweiten Mal ihre "Glaubenswoche" zu Ehren der Gottesmutter Maria gefeiert. Schon das Auftaktwochenende war ein voller Erfolg. Der Tag der ErzieherInnen und KinderpflegerInnen aus den kirchlichen Kindertagesstätten und der Tag der Ehejubilare waren gut besucht. Aber auch die Veranstaltungen unter der Woche haben viele Mitfeiernde besucht. Der Höhepunkt schlechthin war natürlich die Priesterweihe der drei Neupriester Michael Klug, Peter Kunz und Marco Stangl am 1. Juli im Stephansdom. Insgesamt betrachtet waren es schließlich mehrere Tausend Gläubige, die bei der zweiten Maria-Hilf-Woche dabei waren.

 

Juli

In den ersten Beteiligungsforen in Altötting und Passau stellt das Bistum seinen Entwurf der Leitlinien zur geistlichen, pastoralen und strukturellen Erneuerung vor.
Wie kann, wie wird es mit der Kirche von Passau gut weitergehen? Mit dieser Frage und möglichen Lösungswegen beschäftigt sich seit Jahresanfang eine Steuerungsgruppe. Ihr Thema ist: Neu-Evangelisierung. Und für diesen geistlichen, pastoralen und strukturellen Erneuerungsprozess hat sie Leitlinien entworfen. Die sind aber nicht nur zur Dokumentation und für die Theorie gedacht. Sie sollen im ganzen Bistum in den Pfarreien umgesetzt, und die Gläubigen aktiv daran beteiligt werden. Ein großer Schritt auf diesem Weg war jetzt mit den ersten Beteiligungsforen im Juli in Altötting und Passau getan. Viele MitarbeiterInnen und Interessierte haben sich zusammengefunden, um gemeinsam über Wege der Zukunft zu diskutieren.
Nach dem Tod von Joachim Kardinal Meisner am 5. Juli, während eines Aufenthalts in Bad Füssing, herrschen auch im Bistum Passau große Trauer und Betroffenheit. „Mit ihm verlieren wir eine der profiliertesten Stimmen unserer Kirche“, sagte Bischof Oster SDB, als er vom Tod des großen Kirchenmannes erfuhr. Meisner habe sich nie gescheut, klar für seine Überzeugungen Position zu beziehen. "Er war ein Mann tiefen Glaubens!
„Demokratie als Christenpflicht“ – unter dieser Überschrift wandten sich die katholische und die evangelische Kirche von Passau rund zwei Monate vor der Bundestagswahl am 24. September gemeinsam im Juli an die Öffentlichkeit. Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Passau und die Evangelisch-Lutherische Dekanatssynode Passau wollten mit dem mittlerweile 4. Ökumenischen Zwischenruf darauf hinweisen: Demokratie ist ein wertvolles Gut, das es immer wieder zu verteidigen gilt.

 

August

Back to the roots und ab nach England“ hieß es für die rund 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DPSG Passau. Gemeinsam machten sie sich für zehn Tage, vom 10. August an, auf nach England um dort beim „Gilwellexpress- Kapitel neunzehnnullnull“ auf den Spuren ihres Gründers Lord Robert Baden-Powell zu wandeln. Den Kindern, Jugendlichen und Leitern des Diözesanverbands Passau soll mit einer Reise zum Anwesen des Pfadfinder-Gründervaters Baden Powell ein Blick in die Vergangenheit der Pfadfinderei ermöglicht werden, aber natürlich auch eine unvergessliche Auslandsaktion inklusive Begegnung mit Pfadfindern aus anderen Ländern geboten werden. Das Ziel ist, dass die jungen Menschen die Pfadfinderei als weltweite Friedensbewegung mit gemeinsamen Werten, Moralvorstellungen und dem gemeinsamen christlichen Glauben begreifen.
Der 15. August, Mariä Himmelfahrt, ist das Patrozinium der Gnadenkapelle - entsprechend groß sind die Feierlichkeiten in Altötting. Viele gingen bereits bei der Prozession, bei der die Schwarze Madonna von der Gnadenkapelle in die Basilika St. Anna gebracht wird, mit. Das größte Gotteshaus in Altötting war dann mehr als voll, als die Geistlichen und die Ehrengäste mit ihr einzogen. Traditionell ist ein Mitglied der Staatsregierung an Mariä Himmelfahrt im Wallfahrtsort, heuer war das Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Bischof Stefan Oster SDB ging während seiner Predigt durch die Basilika. "Maria ist der Anfang des neuen Himmels und der neuen Erde", betonte er die Wichtigkeit der Gottesmutter.

September

Bischof Oster brach am 3. September mit einer kleinen Delegation aus dem Bistum Passau zu einer Reise nach Brasilien auf. Hauptziel der 11-tägigen Reise war die Partnerdiözese Alagoinhas im Nordosten des Landes. Oster wurde begleitet von einer sechsköpfigen Delegation aus Vertretern kirchlicher Gruppen des Bistums, die in partnerschaftlicher Verbindung mit der brasilianischen Diözese stehen. Auf dem Reiseplan standen unter anderem Treffen mit dortigen Mitarbeitern in der Familien- oder Männerseelsorge, das Kennenlernen einer Landgemeinde oder ein Gespräch mit der aus dem Bistum Passau stammenden Rosmarie Obermeier-Santos, die sich vor Ort für behinderte und arme Menschen engagiert. Die Reise ging weiter nach Sao Paulo, wo die Delegation aus Passau die Pfarrei St. Bonifatius deutschsprachiger Katholiken besuchte, die vom Passauer Diözesanpriester Georg Pettinger betreut wird. Abschluss der Brasilienreise der Passauer Delegation war der Besuch des wichtigsten Marienheiligtums des Landes in Aparecida.
Von einem „Tag der Freude“ sprach Hildegard Stolper, die Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen, als das neue Passauer Frauenhaus am 18. September seiner Bestimmung übergeben wurde. Dieses Haus mit hellen, freundlichen Räumen und einem 3500 Quadratmeter großen Garten wird ab sofort Zuflucht für Frauen und Kinder in größter Verzweiflung sein. „Denn die Gewalt in den Familien nimmt leider zu“, sagt Hildegard Stolper betroffen. In diesem Gebäude können die Verantwortlichen neun Plätze und zwei Notplätze für misshandelte Frauen bereithalten.
Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger (70) hat überraschend am 20. September den Passauer Dom besucht. Ohne Allüren, nur mit einer kleinen Gruppe Freunde und einem Bodyguard, kam „Arnie“ in der Sakristei an. Dompropst Dr. Michael Bär begrüßte den Weltstar und dankte ihm für seinen Einsatz für den Umweltschutz als kalifonischer Gouverneur.
An die 1.000 Besucher kamen am 24. September nach Passau um gemeinsam mit Bischof Stefan Oster SDB den Familientag 2017 zu feiern. Neben einem feierlichen Gottesdienst mit persönlicher Segnung für die Familien, gab es vielfältige Angebote für die Kinder. Sehr gut besucht war dabei vor allem der "Mensch-Kicker", eine kleine Zaubershow, ein Feuerkünstler sowie das Singspiel "Josef und seine Brüder". Wer wollte konnte sich nebenbei mit seinen Liebsten in einem goldenen Rahmen fotografieren lassen, um ein bleibendes Andenken vom Familientag 2017 mit nach Hause nehmen zu können.

Oktober

Am 7. Oktober – dem Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz – rief Bischof Stefan Oster auf dem Gebetstag „StadtLandFluss“ zu einer bistumsweiten Gebetsaktion auf. Gebet ist der Anfang und die Quelle aller nachhaltigen Erneuerung der Kirche. Mehr als alles andere sind wir als Kirche von Passau daher angewiesen auf Gebet. Egal ob allein oder gemeinsam, daheim oder in der Kirche – wir möchten von Herzen einladen, für einen neuen Aufbruch in unserem Bistum zu beten.
Am 30. Oktober erschien beim Kösel-Verlag ein neuer Bildband mit dem Titel „Benedikt XVI - Der deutsche Papst“. Der Bildband zeigt auf eindrucksvolle Weise das Lebenswerk des „großen Papstes“ Benedikt XVI., wie ihn sein Nachfolger Franziskus würdigt. Bischof Stefan Oster und Peter Seewald übergaben am 26. Oktober in Rom ein erstes Exemplar dem emeritierten Papst höchstpersönlich. Für beide eine unvergessliche Begegnung, die geprägt war von großer Herzlichkeit. „Er hat sich sichtlich gefreut und interessiert geblättert“ so Bischof Oster.

Eine Kirche komplett unterkellert? Mit mittelalterlichen Stadtresten? Das kommt nicht sehr oft vor, und schon gar nicht im Bistum Passau. Diese Seltenheit, archäologische Funde, konnte man im Oktober in der Kirche Sankt Georg in Passau-Hals bestaunen. Sie werden nun  archäologisch freigelegt. Das war natürlich nicht eingeplant. Denn ursprünglich sind die Planer von ganz gewöhnlichen Sanierungsarbeiten nach den Hochwasserschäden im Jahr 2013 ausgegangen. Jetzt muss man komplett umdenken.

500 Jahre Reformation: Gemeinsam haben der evangelische Dekan Dr. Wolfgang Bub und der Passauer Diözesanbischof das Reformationsjubiläum in einem Abendmahlgottesdienst am 31. Oktober in der Matthäuskirche gefeiert, zu dem mehrere hundert Gläubige gekommen sind. Der Reformationstag ist für evangelische Christen in diesem Jahr „im Blick auf unsere Identität ein ganz besonderer Tag“, sagte Dekan Dr. Bub. Dass das Reformationsjahr mit einem Gottesdienst endet, an dem der katholische Bischof predigt, ist für ihn ein „starkes ökumenisches Zeichen.“ Und das war es auch für Bischof Oster, der als erster katholischer Oberhirte in der Matthäuskirche an den Ambo trat und zu den Gläubigen über „Jesus Christus als die Mitte unseres Glaubens“ sprach.

 

November

„Unser Bistum: Glaube lebt. Gemeinsam neu Kirche sein“. Dies ist das Leitwort, das in Zukunft über dem Weg der pastoralen und strukturellen Erneuerung stehen wird. Die Ergebnisse sind – neben weiteren – aus zahlreichen Beratungen, Begegnungen mit Gruppen und Beteiligungsforen im Bistum entstanden sowie in der Steuerungsgruppe in einen Text gegossen worden. Sie stehen nun auch als Eckpunkte in den so genannten Leitlinien, die für den Weg der pastoralen und strukturellen Erneuerung im Bistum Passau formuliert wurden – und die nun zusammen am 20. November mit der Präambel „Mission und Auftrag“ von Bischof Stefan Oster veröffentlicht wurden.

Viele Frauen und Männer leisten ihren wertvollen Dienst liebevoll, zuverlässig und kostenlos. Aber ganz sicher nicht umsonst! Denn ihr Engagement hat einen hohen Wert, ist Ausdruck christlicher Nächstenliebe und der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Oft sieht man sie nicht – oder nicht genug. Deshalb sagte die Caritas am 25. November, beim Tag der Ehrenamtlichen“ in Passau „Danke“.  Rund 400 Ehrenamtliche aus dem ganzen Bistum feierten gemeinsam mit Bischof Oster Gottesdienst im Stephansdom und trafen sich anschließend zu Begegnung und Gesprächen im Festsaal St. Valentin. Viel Wertschätzung und Dank haben die freiwilligen Mitarbeiter der Caritas erhalten.

Der Geburtstag unseres Heiligen Bruder Konrad und sein Tauftag jähren sich am 22. Dezember 2018 zum 200. Mal! Der Heilige Bruder Konrad ist eine Schlüsselfigur für viele Menschen und für unser ganzes Bistum. Als Pförtner in Altötting hat er den Fragenden und Suchenden, den Pilgern und den Armen, den Kranken und den Bettlern buchstäblich seine Pfortentüre geöffnet - und sich gekümmert. Ein Kümmerer ist er sein Leben lang geblieben. „Auch heute können wir von seinem einfachen christlichen Leben noch vieles lernen“, betont Bischof Oster. Das Bistum Passau will den großen Bistumspatron und sein Leben, in dem er sich um so viele gesorgt hat, in besonderer Weise würdigen. Zum Beginn des neuen Kirchenjahres hat Bischof Stefan Oster SDB das Bruder-Konrad-Jahr Ende November ausgerufen. Dazu wurde am 1. Adventssonntag ein Hirtenbrief in den Gottesdiensten in der ganzen Diözese verlesen.

Bei der Pfarrgemeinderatswahl, die in ganz Bayern am 24./25. Februar 2018 stattfindet, werden wichtige Weichen gestellt, wer für seine Kirche künftig Verantwortung trägt. Für Bischof Dr. Stefan Oster SDB und Diözesanratsvorsitzenden Wolfgang Beier ist es ein Herzensanliegen, dass sich genügend Kandidatinnen und Kandidaten finden und dass die Menschen auch zum Wählen gehen. Bischof und Diözesanratsvorsitzender appellieren in einem gemeinsamen Aufruf im November an die Gläubigen im Bistum: „Es ist wichtig, dass wir genügend Kandidatinnen und Kandidaten finden und dann ist natürlich wichtig, dass sich die Menschen beteiligen und zum Wählen gehen!“

 

>>>>Monika Wagmann