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Gott macht heil


Datum: 
05.02.2018

Vertrauen auf den Heilwillen und die heilende Kraft Gottes! Gedanken von Domkapitular Ederer

 

Gott macht heil

Vertrauen auf den Heilwillen und die heilende Kraft Gottes!

Essen und Trinken, Sicherheit, Intimität, Ruhe, Anerkennung. Dies alles sind ganz normale Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte. Im rechten Maß sind sie gut und gehören ganz einfach zu unserem Menschsein dazu. Geht aber das rechte Maß verloren können sie sich zu gefährlichen Lastern entwickeln, zu Süchten, die uns und unsere Beziehungen krank machen und sogar zerstören können. Maßloses Essen und Trinken wird zu Fress-und Trinksucht, das Bedürfnis nach Sicherheit zu Gier oft verbunden mit Neid, die Sehnsucht nach Intimität kann zur Unzucht führen, der Wunsch nach Ruhe zur Faulheit, das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung zu Ruhmsucht und Narzissmus. Je mehr solche Laster von einem Menschen Besitz ergreifen, ihn in Besitz nehmen und ihn gleichsam besetzen, desto mehr machen sie ihn zu einem Besessenen. Noch recht nett reden wir manchmal vom "inneren Schweinehund" gegen den wir kämpfen und den es zu überwinden gilt. Doch schon ganz anders erleben wir es, wenn Mensch, wie besessen, rücksichtslos eigene Interessen durchsetzen, sich und andere schädigen, an Leib und Seele verletzen oder krank machen.

Sicher fällt es den meisten schwer sich vorzustellen, dass Engelchen und Teufelchen in uns kämpfen so wie Viren und Schleimmonster in manchen Werbespots und dennoch kennen wir auch die Erfahrung, dass gut und böse, richtig und falsch in uns um uns und unsere Entscheidung gleichsam ringen.

In der Heiligen Schrift erleben wir: Treffen gut und böse in Reinform aufeinander, erkennen sie sich und die Fronten sind klar. Davon hören wir auch im Evangelium des Sonntags (Mk 1,29-39). Nachdem Jesus die Schwiegermutter des Simon Petrus geheilt hat, brachten die Leute alle Kranken und Besessenen zu Jesus. "Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden, denn sie wussten, wer er war." "Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes." ruft ein unreiner Geist an anderer Stelle. Sie erkennen in Jesus ihren Gegner, der sie aus dem Menschen, den sie besetzt haben, vertreiben will.

Ihr oder ich - das ist kurz gefasst die Entscheidungssituation. Gott ist das Heil und will das Heil der Menschen, darum müssen die Dämonen weichen. Deshalb wird das Auftreten Jesu auch immer wieder von Heilungen begleitet. In der Person, in den Worten und Taten Jesu ist das Reich Gottes gegenwärtig. In den Heilungen sehen wir bereits die Zeichen, die Knospen des anbrechenden Reiches Gottes. So wie das Reich Gottes weiter wächst, gehören Heilungen durchgehend zur Kirchengeschichte - bis heute.

Auch wir alle sind eingeladen und aufgefordert um Heilung zu beten. Natürlich wird nicht jeder, für den wir beten, auch geheilt und letztlich bleibt der Mensch in seiner irdischen Gestalt auch vergänglich, dennoch dürfen und sollen wir Gott um Heilung bitten, eindringlich und auch hartnäckig, aber auch eingebettet in die Grundhaltung, dass "sein Wille geschehe".

Vertrauen Sie auf den Heilwillen und die heilende Kraft Gottes!

Ich lade Sie ein, suchen Sie sich ganz konkret einen Menschen aus, der belastet, besetzt oder krank ist
und beten Sie in Liebe für ihn, dass Gott ihn stärken und ihm oder ihr Heilung und Heil schenken möge.
Ich wünsche Ihnen eine heilsame Woche.

 

 

 

Domkapitular Josef Ederer
Personalreferent im Bistum Passau