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Annahme Rücktritt und Entpflichtung Bischof Schraml


 

  • Papst Benedikt XVI. hat den Amtsverzicht von Bischof Wilhelm Schraml angenommen.
  • Dies wurde am Montag, 1. Oktober, zeitgleich in Rom und Passau bekanntgegeben.
  • Damit ist die sogenannte „Sedisvakanz" eingetreten.
  • Der Bischofsstuhl von Passau ist, bis ein neuer Bischof offiziell im Bistum antritt, vakant und damit unbesetzt.
  • Zur gleichen Zeit hat Papst Benedikt XVI. Wilhelm Schraml zum "Apostolischen Administrator" ernannt".
  • Mit allen "bischöflichen Rechten und Pflichten" leitete er als Apostolischer Administrator die Diözese Passau
  • Papst Franziskus hat Bischof Wilhelm Schraml vom Amt als Apostolischer Administrator des Bistums Passau entpflichtet. Das wurde am Montag, 2. September, dem Passauer Dompropst, Hans Striedl, aus dem Vatikan mitgeteilt.

  
 
Wilhelm Schraml hatte bereits im Vorfeld seines 75. Geburtstages im Jahr 2010 dem Papst entsprechend den kirchenrechtlichen Vorgaben seinen Rücktritt angeboten. Benedikt XVI. hatte das Angebot zum Amtsverzicht damals nicht angenommen. Wilhelm Schraml blieb bis zur jetzigen Entscheidung Bischof von Passau.
"Jesus Christus gilt es darum immer neu kennen zu lernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt". Dies war sein erklärtes Programm als Bischof von Passau.

 

Die Frage der Nachfolge - Ernennung eines neuen Bischofs

 

 

 
Die Ernennung eines neuen Bischofs erfolgt durch den Papst. Vorbereitet wird die Entscheidung vom Apostolischen Nuntius in Deutschland und von der  Bischofskongregation in Rom.
In den bayerischen Diözesen und in Speyer ist der Papst bei der Ernennung der Diözesanbischöfe frei. Nach dem Bayerischen Konkordat stehen dem Heiligen Vater dafür regelmäßig aktualisierte Vorschlagslisten aus den bayerischen Bistümern zur Verfügung.
 

Die bayerischen Domkapitel und Bischöfe erstellen alle drei Jahre sogenannte „Triennallisten" mit Kandidaten, die des Bischofsamtes für würdig und geeignet gehalten werden. Tritt eine Sedisvakanz ein, erstellt das betroffene Domkapitel eine neue Liste. Empfehlungen geben auch der Apostolische Nuntius und der zuständige Metropolit, der Erzbischof von München-Freising. Unter den genannten Kandidaten wählt der Apostolische Stuhl frei aus.
Vor der Publikation des Ernennungsschreibens setzt sich der Apostolische Stuhl mit der zuständigen Landesregierung in Verbindung, "um sich zu versichern, dass gegen den Kandidaten Erinnerungen politischer Natur nicht obwalten", wie es in Artikel 14 des Konkordates zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Bayern von 1924 heißt. (Vergleiche Joseph Listl, Heribert Schmitz (Hg.): Handbuch des katholischen Kirchenrechts 2, 1999)

Während der Zeit der Sedisvakanz sind die Gläubigen in besonderer Weise zum Gebet für den neuen Bischof aufgerufen.

 

Wilhelm Schraml

wurde 2001 zum Bischof von Passau ernannt und leitete ab 23. Februar  2002 mit seinem Wahlspruch „Jesus Christus als den Herrn verkündigen" als 84. Bischof das Bistum. Das eindeutige Bekenntnis zu Christus war und ist für ihn Maßstab seines Wirkens. Der gebürtige Erbendorfer (Oberpfalz) wurde 1961 zum Priester geweiht, kam 1983 in das Domkapitel, war ab 1986 Weihbischof in Regensburg und unter anderem als Bischofsvikar für die caritativen Werke verantwortlich.

Kirchlichen und seelsorgerlichen Dienst misst er daran, ob die Menschen zu Christus und damit in das Zentrum des Glaubens geführt werden. Wer, wie der Bischof, das Christusbekenntnis so in den Mittelpunkt stellte, dem geht es zuallererst um die zentrale Begegnung mit Christus in der Eucharistie. Aus der Feier der heiligen Messe schöpfte er selber Kraft. Als Mitglied der liturgischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist ihm die würdige Gestaltung der Gottesdienste enorm wichtig.

Zum demnächst beginnenden "Jahr des Glaubens" hat der Apostolische Administrator eine "Erneuerung der Kirche" gefordert, die sich am Bekenntnis zu Jesus Christus orientiere. Immer wieder betonte er: "Wir müssen mit allem Nachdruck versuchen, die nötige Gestaltung des Wandels so vorzunehmen, damit die wichtigeren Inhalte unseres Christseins keinen Schaden erleiden, sondern deutlich ins Bewusstsein kommen".

So ist die Kirche für ihn zuerst Gemeinschaft mit Christus, die eben von diesem selbst durch Wort und Eucharistie auferbaut wird. Wilhelm Schraml förderte im Bistum auch gezielt die Eucharistische Anbetung. Schwerpunkte der Pastoral im Bistum Passau sind für Wilhelm Schraml: die lebendige und würdige Feier der Liturgie, besonders des Bußsakramentes und der Eucharistie, die Glaubensverkündigung und Katechese in der Gemeinde, in der Schule und in den Bildungseinrichtungen. Dabei kommt der Hinführung zu den Sakramenten besondere Bedeutung zu. Wichtig für die Kirche sind nach seiner Einschätzung „die Sorge für die Kinder und Jugendlichen und für die Familien sowie das caritative Handeln". Die Sorge um Nachwuchs bei Priestern und Ordensleuten gehört ebenfalls zu den pastoralen Schwerpunkten. Konsequenz all dessen sei die missionarische Ausstrahlung. Zu den herausragenden Momenten seines bischöflichen Wirkens im Bistum Passau zählt der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Altötting im September 2006.

Wilhelm Schraml, am 26. Juni 1935 geboren, hat sich als junger Neupriester darauf gefreut,
"Menschen zu Christus führen zu dürfen". Daran hat sich bis heute nichts geändert. Menschen zu Christus zu führen, zur Herzmitte des Glaubens, ihnen die Wahrheit zu sagen: Das ist für Wilhelm Schraml Auftrag und Verpflichtung. Wie Wilhelm Schraml seinen Dienst als Priester anging und als Bischof von Passau leistete, erschließt sich auch aus seinem Primizspruch: "Geh nur, wohin ich dich sende, verkündige, was ich dich heiße, fürchte dich nicht, ich bin bei dir". Mit Gottvertrauen ging er in all den Jahren seine verschiedenen Dienste innerhalb der Kirche an. Mit Gottvertrauen ist er bis heute im Bistum Passau unterwegs zu den Menschen: etwa noch am Samstag, als er wenige Tage vor Erntedank einen Bauernhof bei Passau besuchte, um die Situation der bäuerlichen Familien intensiver kennenzulernen.

Die Liebe zu Christus und die Liebe zur Kirche,
das sind wie er selbst einmal sagte, für ihn die Wegweiser geworden. Anders gesagt: Seine theologischen Grundlinien. Deshalb nimmt er klar Stellung, wenn es um grundlegende Fragen der Kirche und des gesellschaftlichen Engagements der Kirche geht. Dies auch in der Tradition des Adolf Kolping, dessen Leben ihn stark geprägt hat. "Menschen eine Heimat zu geben", das ist für ihn wichtig.

Eines ist ihm in all den Jahren seines priesterlichen Dienstes klar geworden:
"Nachfolge Christi gibt es nur unter dem Kreuz". Das hat, wie er weiß, viele Namen. Manchmal drückt es ein wenig, manchmal schwerer. Das musste der Bischof immer wieder erleben. Ausweichen kann man nicht. Aber, das hat er genauso immer erfahren dürfen: "Wenn es schwer wird, ist ‚ER’ es, der mitträgt". Der Glaube ist ihm eine sichere Basis.

 

Bischof Schraml vom Amt als Apostolischer Administrator des Bistums Passau entpflichtet

Dompropst Hans Striedl gibt Entscheidung dem Passauer Domkapitel bekannt - Dank für außerordentlichen Einsatz über die Altersgrenze hinaus

Papst Franziskus hat Bischof Wilhelm Schraml vom Amt als Apostolischer Administrator des Bistums Passau entpflichtet. Das wurde am Montag, 2. September 2013, dem Passauer Dompropst, Hans Striedl, aus dem Vatikan mitgeteilt.  Mehr dazu....
 

>>>>>>>>Erzbischof Zollitsch würdigt Apostolischen Administrator Bischof em. Wilhelm Schraml

>>>>>>>>Kardinal Marx würdigt den langjährigen Passauer Bischof Wilhelm Schraml

>>>>>>>>Interview Kirche im Radio,  Monika Zieringer, mit Dompropst Hans Striedl zum Ruhestand von Bischof Schraml

 

 

Wolfgang Duschl