Menu

Wahlspruch und Wappen


Weihbischöfe, als auch Bischöfe oder Erzbischöfe, nehmen sich mit ihrer Weihe einen Wahlspruch, der ein ganz persönliches Leitwort für ihren Dienst in der Kirche darstellt. Das eigene Wappen gibt Hinweise zur Herkunft des Bischofs oder über sein Bistum.
 

"Jesus Christus als den Herrn verkündigen"
Bereits als Weihbischof stellte Wilhelm Schraml diesen Wahlspruch aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther (2 Kor 4,5) über sein zukünftiges Wirken im bischöflichen Dienst. In seinem Grußwort an die Gläubigen im Bistum schrieb Wilhelm Schraml wenige Tage nach der Ernennung: "Die Menschen zu Christus führen, das ist mein Anliegen seit der Priesterweihe. .... Die Menschen zu Christus führen, das ist Sendung und Dienst der Kirche. ..... Wer bei Christus ist, der ist auch bei den Menschen in Freude und Leid".
 

Das Wappen des Passauer Bischofs 
Der Wappenschild ist, wie es in der Fachsprache der Heraldiker heißt, geviertelt. Im ersten und im vierten silbernen Feld steht in roter Farbe der Passauer Wolf, der für das Bistum spätestens um 1350 nachgewiesen ist. Die Stadt Passau bekam das Wappentier von ihrem Stadtherrn, dem Bischof. Im Wappen von Bischof Schraml ist der Wolf in der heraldisch ursprünglich belegten Fassung ohne Krummstab dargestellt.

Das zweite Feld zeigt in Blau eine goldene Harfe. Sie erinnert an die Musik und die Kirchenmusik, der sich Bischof Schraml schon seit Jugend an verbunden weiß. Das Instrument ist darüber hinaus als theologisches Symbol für die Beziehung zwischen Bischof, Gemeinden und den Priestern zu verstehen. Der Kirchenvater Ignatius von Antiochien, zwischen 110 und 117 Bischof in Rom, hat dieses Mit- und Zueinander mit dem Bild der „kithara“ (griech.) und ihrer Saiten beschrieben. Im Brief an die Epheser (4,1) heißt es wörtlich: "Daher ziemt es euch, mit dem Sinn des Bischofs einig zu laufen, was ihr ja auch tut. Denn euer Gottes würdiges Presbyterium, das seinen Namen mit Recht trägt, ist mit dem Bischof so verbunden wie Saiten mit einer Zither (kithara). Deshalb ertönt in eurer Eintracht und zusammenklingenden Liebe das Lied Jesu Christi". Das Bild taucht in einem weiteren Brief des Heiligen auf. Im Brief an die Philadelphier (1,2) geht es um den Bischof: "Stimmt er doch mit den Geboten überein wie mit den Saiten einer Zither".

Im dritten Feld, ebenfalls auf blauem Grund, ist ein goldener Baum zu sehen. Die Fichte symbolisiert die Heimat des Bischofs in Erbendorf, im oberpfälzischen Steinwald. Daneben steht eine Darstellung des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau von Altötting. Der Marienwallfahrtsort liegt im Bistum Passau und zählt zu den großen Wallfahrten in ganz Europa. Bischof Schraml, der immer wieder dorthin gepilgert ist, will damit auch darauf hinweisen, dass er das Bistum Passau und sein bischöfliches Wirken der Gottesmutter anempfiehlt.

Über dem Wappen breitet sich ein grüner Bischofshut, von dem an zwei verschlungenen grünen Schnüren jeweils sechs grüne Quasten herabhängen. An der Zahl der Quasten erkennt man den Rang des Würdenträgers: Je sechs Quasten in drei Reihen für einen Bischof, ebenfalls ein grüner Hut mit je zehn grünen Quasten in vier Reihen für einen Erzbischof und ein roter Hut mit je 15 roten Quasten in fünf Reihen für einen Kardinal.

Hinter dem Wappenschild gekreuzt stehen ein Kreuz, das sogenannte Vortragekreuz ist das heraldische Würdezeichen der Bischöfe, und ein Krumm- sprich Bischofsstab.

Das Wappen hat der Kirchenheraldiker M.A. Dietrich Wehner aus Radolfszell geschaffen. Seit 50 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Wappenwesen. Für vier Kardinäle hat er Wappen geschaffen und für das neugegründete Erzbistum Hamburg Wappen, Siegel, Flagge sowie Abzeichen der Mitglieder des Metropolitankapitels erstellt, wie auch die Wappenbücher für den Johanniterorden. Er ist Kandidat der Academie Internationale d’Heraldique in Paris und gehört seit kurzem dem Päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Gregor dem Großen an. Der 1929 geborene Architekt und frühere Leiter von Staatlichen Hochbauämtern hat auch Germanistik und Geschichte studiert.