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4. Woche


4. Woche
lieben und dienen

 

 

 

 

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz,
es ist Herausforderung
und Anstoß,
es ist unglaublich
und doch so wahr
Jesus, der am Kreuz für uns starb
hat sich in Liebe diesem Schicksal gestellt,
um uns nahe zu sein
in allem, was unser Kreuz ist.
Dort öffnete sich sein Herz ganz
und unser angsterfülltes, unheiles Herz
ist hineingenommen
in Seine Liebe ohne Ende.
In seinem Herzen finden wir Heilung
und Gesundung.
Weil er das Leben errungen hat
durch den Tod hindurch,
schenkt er uns Leben in Fülle,
hier und jetzt und für ewig.

 

 

 

 

 

 

 

4. Woche - lieben und dienen

 

Gebete zur Einstimmung

1. Impuls – einander dienlich sein

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

An der Pforte im St. Anna-Kloster in Altötting hatte Bruder Konrad viel zu tun.
Viele Bettler kamen, Knechte und Mägde, die in Altötting einen Auftrag zu erledigen
hatten, Kinder nach der Schule und Handwerksburschen auf der Wanderschaft
um einen Teller Klostersuppe, Brot und ein „Scheps“ (Dünnbier) zu erbitten. Oft
wurde er vom Essen oder vom Gebet durch die Pfortenglocke weggerufen. Alle
bekamen etwas zu essen, zu trinken, einen guten Rat und wurden vom Bruder
Konrad zum Dank an Gott und zum Gebet angehalten.
In großer Geduld und Güte verrichtete er seinen Dienst an der Pforte und sah ihn
immer als ein Weitergeben der Liebe Gottes. „Was man den Armen gibt, kommt
im Überfluss zurück“, davon war er überzeugt.

 

Für mein Leben

„Dienen“ hat keinen guten Klang in unseren Ohren und „Dienstleitungen“ wollen
zumindest bezahlt sein. Ich frage mich, bin ich immer wieder bereit zu dienen,
großherzig zu sein ohne eine Gegenleistung zu erwarten und mein Tun in den
„großen Kreislauf der Liebe Gottes“ zu stellen?

 

Übung für den Tag

Ich finde, wie ich jemandem einen Dienst erweisen kann.
Ich erstelle einen „Dienst-Gutschein“ und verschenke ihn.

 

Gebet

Jesus, du mein Herr,
alles, was ich in Liebe tue,
kommt aus deiner Liebe.
Ich danke Dir dafür!

 

Tagesrückblick

 

 

4. Woche - lieben und dienen

 

Gebete zur Einstimmung

2. Impuls – füreinander beten

 

1. Thess 5, 17

Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das will Gott
von euch, die ihr Christus Jesus gehört.

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

Schon vorher, aber im Kloster noch viel mehr zeigt sich, dass Bruder Konrad ein
großer und innerlicher Beter war. Sein ganzes Sein und Leben wurde zu einem
einzigen Gebet. Er hat das Wort des Paulus an die Thessalonicher „betet ohne
Unterlass“ ernst genommen. Er hat in sein Beten all die Anliegen, die ihm zugetragen
wurden und all die Menschen, die ihm begegnet sind hineingenommen.
Er bittet auch selber um das Gebet. Im Noviziat schreibt er: „Daher betet fleißig für
mich, dass ich auch dem Geiste nach ein wahrer Kapuzinerbruder werde“. In den
anderen Heimatbriefen steht oft: „Betet ja auch für mich, ich tue es ja auch täglich
für euch, dass wir in den Himmel kommen!“An der Pforte verspricht er vielen, die
mit ihren Anliegen kommen, das Gebet.

 

Für mein Leben

Der größte Dienst, den wir füreinander tun können ist das Gebet und oft ist es nur
noch die einzige Möglichkeit dem anderen, der in Not ist, beizustehen. Auch für
die vielen, die nicht mehr beten können oder wollen ist das stellvertretende Gebet
lebenswichtig! Daran zeigt sich unser Vertrauen auf Jesu Wort: „Bittet, dann
werdet ihr empfangen!“

 

Übung für den Tag

Ich bete für einen Menschen, der mir begegnet oder für einen, bei dem es mir
schwerfällt oder der es besonders braucht.

 

Gebet

Jesus, du hast gesagt, bittet und ihr werdet empfangen,
klopfet an und euch wird aufgetan.
Ich bitte dich für die vielen Menschen,
die nichts von dir wissen wollen,
berühre du ihr Herz und öffne sie für dich und Dein Wort.

 

Tagesrückblick

 

 

4. Woche - lieben und dienen

 

Gebete zur Einstimmung

3. Impuls – Im Sinne Jesu

Mk 10, 42-45

Da rief Jesus sie (die Jünger) zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher
gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die
Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch
groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll
der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich
dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld
für viele.

 

• Ich lese den Text langsam und aufmerksam.
• Ich halte einen Moment der Stille.
• Ich lasse Worte in mir nachklingen und innere Bilder in mir aufsteigen.
• Ich setze den Text in Beziehung zu meinem Leben:
Jesus ist gekommen, um zu dienen, auch um mir zu dienen.
Was löst diese Botschaft Jesu in mir aus?
Wie verändert sich meine Beziehung zu Jesus, wenn ich diesen
Worten traue?
Was bedeutet das für die Beziehung zu meinen Mitmenschen?

 

Übung für den Tag

Ich rufe mir immer wieder in Erinnerung, dass Jesus gekommen ist, um (mir)
zu dienen, und achte darauf, wie ich in diesem Vertrauen meinen Mitmenschen
begegne.

 

Gebet

Jesus, du bist gekommen, um zu dienen -
unfassbar -
unvorstellbar.
Wer bin ich, dass diese Worte auch mir gelten?
Ich möchte deinen Worten trauen,
dir glauben können,
damit diese unglaubliche Botschaft
mein Leben durchdringt
und erneuert.

 

Tagesrückblick

 

 

4. Woche - lieben und dienen

 

Gebete zur Einstimmung

4. Impuls – aus Jesu Liebe

 

Joh 13, 34 – 35

Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt
auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.

 

Ich schaue auf den Hl. Bruder Konrad

In einem Brief an eine Ordensschwester schreibt er:
Sie wollen wissen, wie ich es mache … Meine Lebensweise besteht nun meistens
darin: lieben und leiden im Staunen und Anbeten und Bewundern der namenlosen
Liebe zu uns armen Geschöpfen. In dieser Liebe meines Gottes komme ich an
kein Ende. Da hindert nichts. Da bin ich immer mit meinem lieben Gott auf das
innigste vereinigt … Auch bei meinen vielen Geschäften bin ich oft umso inniger
mit ihm vereinigt. Ich rede da ganz vertraulich, wie ein Kind mit seinem Vater …

 

Für mein Leben

Bruder Konrad hat seinen Dienst an der Pforte mit großer Liebe und Geduld getan.
Auch wenn es ihm, dem schweigsamen Bauernsohn auch oft schwergefallen ist,
hat er sich allen mit großer Hingabe zugewandt.
Wie geht es mir im Alltag, in all meinen Begegnungen mit den Menschen?
Hilft mir mein „Verwurzeltsein in Gott“, mich ihnen so zu zuwenden, wie sie es
brauchen?

 

Übung für den Tag

Ich begegne den Menschen besonders aufmerksam, mit Liebe und in Geduld.

 

Gebet

Jesus, ich danke dir, dass du uns am Kreuz erlöst hast.
In dieser großen Hingabe am Kreuz
zeigst du uns, wie sehr du uns liebst.
Lass mich von dir lernen, was es heißt zu lieben
und aus deiner Liebe zu leben.

 

Tagesrückblick

 

 

Gebete zur Einstimmung

Wochenrückblick auf die 4. Woche
Rückschau auf die Woche

Ich schaue noch einmal auf diese Woche der Exerzitien im Alltag zurück.
Welcher Impuls, welche Gedanken, welche Übung für den Tag hat mich besonders bewegt?
Was hat mir geholfen, Ruhe und Vertrauen zu finden?
Wie gelang es mir, bewusst aus dem Glauben zu leben?
Wie habe ich Gottes Nähe erfahren?
Welches Wort geht mir noch nach?
Ich lasse die vergangene Exerzitienwoche nochmals in mir da sein.

 

Persönliche Notizen:

Was ist mir in dieser Woche besonders wichtig geworden?
 

Ich beende die Zeit mit einem persönlichen Gebet oder dem Vater unser.