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Katholische Betriebsseelsorge im Bistum Passau



 

Was ist Betriebsseelsorge?

Die Betriebsseelsorge ist eine Einrichtung der katholischen Kirche für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitslose. Sie geht in Industriebetriebe, Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Verwaltungen, sowie zu Dienststellen und Einrichtungen der Kirche, Caritas und Wohlfahrtsverbände, um sich dort für die Belange der arbeitenden Menschen zu informieren und einzusetzen. Dabei sind ihre ersten Ansprechpartner die gewählten ArbeitnehmervertreterInnen.
 

Was will die Betriebsseelsorge?

Die Betriebsseelsorge will vor dem Hintergrund der massiven Umbrüche in der Arbeitswelt gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen einen Beitrag dazu leisten, die gesellschaftlichen und betrieblichen Strukturen menschenwürdig, sozial gerecht und solidarisch zu gestalten.

Dabei sieht sich die Betriebsseelsorge vorrangig auf Seiten der kleinen Leute, der strukturell Schwächeren im Wirtschaftsprozess, vor allem auch auf Seiten jener, die davon ausgegrenzt sind. Diese vorrangige Parteilichkeit wurzelt in der biblischen Überlieferung des prophetischen Einsatzes für Recht und Gerechtigkeit. Auch Jesus stellt sich ganz bewusst in diese prophetische Tradition.
 

Wie arbeiten BetriebsseelsorgerInnen auf Betriebsebene?

Regelmäßige Betriebsbesuche sind das A und O der Betriebsseelsorge. Betriebsbesuche lassen den Seelsorger das Ohr und das Herz am Puls der Menschen und der Gesellschaft haben.

  • Zusammenarbeit mit Betriebs- und Personalräten, MAV
  • Fortbildungen für Betriebs- und Personalräte, MAV
  • Seelsorgliche Begleitung von ArbeitnehmerInnen
  • Öffentliche Stellungnahmen zu aktuellen Fragen aus der Arbeitswelt
  • Mobbing- und Konfliktberatung ist Seelsorge und vergleichbar mit Notfallseelsorge.

Gleiches gilt auch für die Problematik der Ver- und Überschuldung. Auch das macht Menschen seelisch krank, wenn sie keinen Ausweg wissen und sich diesen gemeinsam mit dem Seelsorger erarbeiten.

  • Öffentliche Teilnahme an den Kämpfen der Arbeitnehmerschaft (Streiks).
  • Kontakte zu Unternehmensleitungen und Personalabteilungen
  • Kooperation und enge Zusammenarbeit mit Gewerkschaften.
  • Zusammenarbeit mit dem KDA der evan.-luth. Kirche (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt).

Daraus erfolgt die Seelsorge in der Arbeitswelt Möglichkeiten und Grenzen einer Pastoral

Hören ... wenn jemand von seinem Leben erzählt
Reden ... wo es die Sprache verschlägt
Kämpfen .... wo es sich lohnt
Schweigen ... ohne zu verstummen
Leben ... wo etwas zu feiern ist
Loslassen ... wo Trennen schwer fällt (Kündigung, Verlagerung...)
 

Beispiel: Arbeitswelt Betrieb

Der Seelsorger in der Arbeitswelt kann Begleiter in der Lebens- und Arbeitswelt eines Betriebs sein.
Er bietet Menschen im Betrieb an, mit ihm über das zu sprechen, was sie bewegt. Der Seelsorger ist zwar in der Regel nicht im Betriebssablauf einer Firma eingesetzt und an keinen festen Ort gebunden, aber er kann sich Zeit nehmen für Menschen (in Pausen, imBetriebsratsbüro, außerhalb des Betriebs, zu Sprechzeiten, in Arbeitskreisen, im Diözesanrat-Sachausschuß Berufs- und Arbeitswelt, PGR...)

  • die gerade eine Lebenskrise erfahren
  • deren Leben in irgend einer Weise einen Bruch bekommen hat
  • die vielleicht arbeitslos werden (drohende Entlassungen) oder schon geworden sind
  • die Probleme in ihrer Familie haben
  • die verschuldet sind
  • die gemobbt werden
  • die sich über ein Ereignis freuen
  • die Krankheit, Genesung oder Sterben ihrer Angehörigen miterleben...

Dabei treffen Seelsorger auf vielfältige Erfahrungen und Fragen menschlicher, religiöser, seelischer, arbeitsrechtlicher und sozialer Art. Sie versuchen Menschen beizustehen und zu begleiten. Das geschieht häufig durch Gespräche. Wenn man sich aussprechen kann, klärt sich die unterschiedlichsten Gefühle wie Hoffnungslosigkeit, Wut, Zorn und Angst, Hilflosigkeit.

Seelsorge geschieht auch in AN - Gottesdiensten, Andachten, Gemeinschaften, Segnungen, Predigten, Einkehrtagen, Oasentage... Diese Feiern oder Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und sich mit der Situation, mit sich selbst, mit der Arbeit, mit der Gesellschaft und mit Gott auseinander zu setzen.

Seelsorge in der Arbeitswelt wendet sich an alle, die im Betrieb arbeiten, hauptsächlich an die ArbeitnehmerInnen, an die Betriebsräte, die einen Gesprächspartner suchen, weil sie sich immer wieder (Grenz-) Situationen des Lebens stellen müssen und häufig unter großer Belastung stehen. Hat ein Mensch jedoch keine Erwerbsarbeit mehr, so fällt er nach einer gewissen Zeit in ein Loch. Dieser Situation der Ausweglosigkeit haben wir mit der Gründung der PALi, der Passauer Arbeitsloseninitiative, Rechnung getragen. Neben der Selbsthilfegruppe gibt es auch eine Zweckfirma, die PALiUm, in der wir sechst Menschen beschöftigen.

Seelsorge-(Gespräche) kann auch via Telefon oder Internet geschehen. Seit drei Jahren gibt es den Fernfahrer-Notruf, den KANAL-K. Kollegen aus der BSS sind einmal pro Woche am Telefon, um die Anrufe der Fernfahrer in ihren täglichen Sorgen entgegenzunehmen. Erreichbar ist diese Sorgentelefonnummer unter: 01805- 526 255 jeden Mittwoch von 18.00 Uhr bis 22.00Uhr.

Rundfunksendungen (Morgen- und Abendgedanken...) und Pressearbeit gehören zum Selbstbild des Betriebsseelsorgers. Die moderne Betriebsseelsorge erfordert von Seelsorgern eine besondere Qualifikation. Sie müssen vertraut sein mit den körperlichen und seelischen Auswirkungen von unterschiedlichen Arbeitsweisen, von betriebs- und volkswirtschaftlichen Zusammenhängen, von arbeits-und sozialrechtlichen Gesetzen, von soziologischen und gesellschaftspolitischen sowie ethischen Problemen, die sich in einem Betrieb stellen (z.B.: Tarifrecht, Arbeitsrecht, Schwerbehindertenrecht, Ausbildungsverordnungen, BGB, Auslandsverlagerungen, Arbeitszeit...).
 

Weitere Informationen unter www.kab-passau.de/angebote/betriebsseelsorge
 

Katholische Betriebsseelsorge
Domplatz 7
D-94032 Passau
Tel.: (0851) 393-7325 oder (0851) 393-7326
Fax: (0851) 393-7329
E-Mail betriebsseelsorge@bistum-passau.de
Ansprechpartner: Diakon Otwin Marzini

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