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Mobbing - ein Übel unserer Zeit


Was ist MOBBING?

Mobbing kommt aus dem Englischen (to mobb) und bedeutet jemanden anpöbeln, Menschen fertigmachen. In Betrieben oder anderen Organisationen mobbt, wer Kollegen oder Kolleginnen aus der Gemeinschaft ausgrenzt, indem er sie niedermacht. Täter können Vorgesetzte und/oder Arbeitskollegen sein. Intrigieren, Kollegen schneiden, isolieren, schikanieren, erniedrigen, drangsalieren, terrorisieren, hänseln, beleidigen, verleumden, anschwärzen, zum Sexualobjekt herabwürdigen - mobben kann man auf vielfältigste Art und Weise.

Definiert wird Mobbing auch als: Konfliktbelastete Fehlkommunikation.
Die angegriffene Person wird systematisch und für längere Zeit mit dem Ziel und Effekt des Ausstoßens direkt oder indirekt angegriffen und fertiggemacht. Die Typologie der Handlungen reichen dabei von abwertenden Blicken, und der Verbreitung von Gerüchten über das Wie-Luft-Behandelns bis zu kränkenden Bemerkungen und der permanenten Kritik an der Leistung.

Das Bundesarbeitsgericht hat darüber am 15.1.1997 folgenden Beschluss gefasst: Mobbing ist das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte!
 

Ursachen

Als Hauptursache sieht die Forschung Schwerwiegende organisatorische Schwachstellen in den Betrieben.
Kreativität, eigene Beiträge sowie eigene Meinung werden nicht gefördert, es werden lediglich Anweisungen ausgegeben. Aus diesen Problemen und dem angestauten Frust können Mobbingsituationen entstehen.

Vorgesetzte sind oft unzureichend für ihre Führungsaufgabe qualifiziert. Durch ihre eigene Unsicherheit entwickelt sich bei ihnen wenig Einfühlungsvermögen für aufkommende Probleme unter den Kollegen.

Probleme, wie beispielsweise anstehender Arbeitsplatzabbau, gehen nicht spurlos an dem Betriebsklima vorüber. Solidarische Situationsbewältigung kann zum Fremdwort werden. Der Versuch, die Fehler anderer zur Verbesserung der eigenen Situation zu nutzen, kann ein denkbares Verhalten sein.
 

Auswirkungen

Die permanenten, auf eine Person gerichteten Angriffe führen zu einer Störung des Selbstwertgefühls. Zwischenmenschliche Schwierigkeiten mit Kollegen und Kolleginnen und arbeitsrechtliche Probleme mit dem Arbeitgeber oder Dienstgeber können die Folge sein.

Verluste im Selbstwertgefühl und Isolierung in der beruflichen Umgebung haben zwangsläufig psychosoziales Unwohlsein (Schlafprobleme, Herzbeklemmung, Magenbeschwerden...) zur Folge. Dies kann sich zu psychosomatischer Störungen (Herz, Magen-Darm, Rheuma etc.) verstärken. Da häufig über einen längeren Zeitraum gemobbt wird, kann es in der Spätphase zu Depression, Aggression, Suchtmittelmissbrauch und längeren Krankschreibungen, bis hin zu akuter Selbstmordgefahr kommen (Suizid).

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Arbeitgeber. Er verliert Produktionszeiten, nicht zuletzt kostet auch das Mobben Zeit und die Kosten für die Volkswirtschaft Krankenkasse, Sozialvericherungsträger) sind enorm.
Für ihn bedeutet dies eine Reihe von Kosten im Zusammenhang mit der Erkrankung des Betroffenen. Aber auch der Verlust von Motivation der Mitarbeiter an Arbeitsplätzen ist kostspielig.
 

Hilfe bei Mobbing

Patentrezepte gegen "Mobbing" gibt es nicht. Der erste Schritt ist "Mobbing" zu erkennen und darüber zu reden was abläuft.

Die katholische Betriebsseelsorge der Diözese Passau, der DGB und die Klinik Angermühle in Deggendorf bietet mit der Mobbing-Kontaktstelle einen Anlaufpunkt für Personen, die unter Psychoterror am Arbeitsplatz leiden. Hier gibt es für Betroffene Sprechstunden nach Terminvereinbarung, in denen sie Rat und Hilfe erhalten. Auf Wunsch kommt ein Berater zur Unterstützung des Betroffenen und zur Konfliktlö-sung auch in den Betrieb.

Zusätzlich werden Vorträge, Tagesseminare und Wochenendseminare zum Thema "Mobbing" angeboten. Die Betriebsseelsorge bietet vorbeugende Maßnahmen (Prävention) in Form von innerbetrieblichen Schulungen und Informationsveranstaltungen sowie Beratung.

Diese Maßnahmen können selbstverständlich vor Ort in den Betrieben oder Einrichtun-gen/Behörden... durchgeführt werden.