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GCL - "Wörterbuch"


 

Etliche Begriffe der GCL und der ignatianischen Spiritualität sind nicht jedermann(frau) verständlich.
Deshalb hier der Versuch, einige zu erläutern.
 

Bindung

Die GCL ist eine "internationale öffentliche Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechtes", die in enger Verbindung mit dem Jesuitenorden steht. Das heißt, die GCL ist eine Gemeinschaft von Frauen und Männern, Laien und Priestern, die die ignatianische Spiritualität als den inspirierenden Geist für ihr Leben als Christen entdeckt haben. Die Verbundenheit mit der GCL wird unterschiedlich verwirklicht: In Freundschaft, in Mitgliedschaft und in Bindung.

Viele entdecken also die Spiritualität, die Lebensweise und die Gemeinschaft der GCL als ihre Berufung. Manche geben eine sehr persönliche und "verbindliche" Antwort auf diese Berufung. Diese Antwort nennt die GCL "Bindung". Die deutsche GCL sagt über die Entscheidung, sich an die GCL zu binden: "GCL als Glaubens-, Wachstums- und Sendungsgemeinschaft ist für mich nicht mehr e i n Weg, sondern nun m e i n Weg die Beziehung zu Jesus Christus zu leben."
 

Gruppentreffen

GCL trägt es schon im Namen: Sie will Gemeinschaft und so in der Kirche Kirche im Kleinen sein. Darum finden sich die meisten GCLer in Glaubensgruppen zusammen, um Leben und Glauben miteinander zu teilen. Sie wollen sich gegenseitig im Glauben ermutigen, miteinander die Freuden teilen, aber auch die Lasten des Leben tragen helfen. Die Treffen finden regelmäßig statt. Damit das Vertrauen wachsen kann, gehört zu ihnen auch ein gutes Maß Verbindlichkeit. Die Gruppen von 5-7 Personen haben verschiedene Elemente, die je nach Gruppe unterschiedlich akzentuiert sind:

  • Ankommrunde mit einem Austausch: Was war in meinem Alltag wichtig seit dem letzten Treffen (Lebens- / Glaubenserfahrungen)?
  • Zeit der Stille
  • Schriftmeditation, -betrachtung
  • Austausch
  • Gegenseitige Hilfe für persönliche Entscheidungen
  • Eventuell Planung gemeinsamer Aktivitäten bzw. Dienste
  • Miteinander feiern
  • Auswertung des Treffens


Exerzitien

Exerzitien sind geistliche Übungen, um das Leben zu ordnen, d.h. um Verkrümmungen und Fehlorientierungen aufzurichten und sich auszurichten auf den Gott Jesu Christi, und durch Meditation und Gebet das zu entdecken, was Gott in das eigene Leben hineingelegt hat (Berufung).

Ignatitius gibt in seinen geistlichen Übungen die dynamische Kraft seines eigenen geistlichen Weges, auf dem er Jesus Christus als seinen Freund und Herrn entdeckt hat, weiter an andere. Sein Exerzitienbuch ist in ignatianischen Exerzitien ein Wegweiser beim betenden Nachdenken über die Bedeutung des eigenen Lebens, über unsere Beziehung zu Gott und den Menschen. Die Exerzitien werden so zu einem sehr persönlichem spirituellen Weg. Dieser Weg will den Menschen zur Annahme Gottes als dem bergenden Geheimnis des Lebens und zur Entdeckung der eigenen wahren Person in der Begegnung mit Jesus Christus führen. In diesem Prozess wird der Mensch auch mit seiner Zwiespältigkeit (Verletzungen, Sünden, Grenzen) konfrontiert und versucht sich für die Versöhnung und Heilung durch Gott zu öffnen. Das Ziel dieses Weges ist die Selbstwerdung, das Leben in der Gefährtenschaft Jesu Christi und das Hineinwachsen in das Sein für andere zum Lobpreis und Dienst Gottes.
 

Kirchlicher Assistent

Ein Kirchlicher Assistent ist in Deutschland einer diözesanen / regionalen Gemeinschaft zugeordnet. Er ist Mitglied des jeweiligen Leitungsteams. Im Austausch mit den anderen Mitgliedern dieses Teams und mit den Gruppenbegleitern und Gruppenbegleiterinnen gibt er Impulse für das geistliche Wachsen der ganzen Gemeinschaft und ermutigt die Mitglieder, „mehr und mehr den Wegen Gottes zu folgen – besonders durch die Teilnahme an Exerzitien“.

Auf Nationalebene gibt es einen Kirchlichen Assistenten und einen Stellvertretenden Kirchlichen Assistenten. Der Kirchliche Assistent hält Kontakt zur Deutschen Bischofskonferenz. Der Stellvertretende Kirchliche Assistent sorgt vor allem für den Kontakt und für den Austausch der diözesanen / regionalen Kirchlichen Assistenten im Hinblick auf das geistliche Wachstum der GCL.
 

Welttag

Überall auf der Welt treffen sich GCL-Gruppen (möglichst) am Fest "Verkündigung des Herrn" (25.3.), um sich zu begegnen, sich über ein Thema auszutauschen, zu beten und Gottesdienst zu feiern. Am "Welttag" wird so spürbar, dass die vielen GCL-Gruppen, wo auch immer sie zuhause sind, zusammengehören. Wie die Kirche aus und in den Ortskirchen besteht, so ähnlich lebt die gesamte GCL aus und in den Gruppen vor Ort. Und umgekehrt genügen die lokalen und regionalen GCL-Gruppen nicht selbst, sondern sind offen für das Ganze, sind Teil des Ganzen. Eine Kollekte für ein von der Welt-GCL ausgesuchtes Projekt zeigt, dass alle GCLer, Mitglieder und Freunde, füreinander einstehen.
 

Wolfgang Schneider