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Altar


Der Altar (lat., Opferstätte) ist der Tisch, auf dem die ~ Eucharistie gefeiert wird. Seit der ~ Liturgiereform ist es in der Regel der Volksaltar (oder auch Zelebrationsaltar genannt), der frei im Kirchenraum steht, sodass der Priester an ihm zum Volk gewendet zelebrieren kann. In den meisten Kirchen ist inzwischen der Volksaltar oft in Verbindung mit dem ~ Ambo u. der ~ Sedilie - künstlerisch in Holz, Stein oder Bronze gestaltet. Die einzelnen Stilepochen haben eigene Formen des Altarbaues hervorgebracht. In der Romanik wurde über dem freistehenden Tisch ein auf Säulen stehender Baldachin errichtet. In Passau-Niedernburg konnte diese Form aus aufgefundenen Resten rekonstruiert werden. Die Spätgotik brachte den ~ Flügelaltar. In der Renaissance u. im Frühbarock beherrschte den Aufbau ein großes Gemälde ("Altarblatt"), das von Säulen u. Gebälk umgeben u. oft von Figuren flankiert wurde. Der "Auszug" auf dem Gebälk ist meist eine verkleinerte Wiederholung des Mittelteils. Spätbarock u. Rokoko brachten den "Bühnenaltar", bei dem die seitlichen Säulen so gestellt sind, dass sich in der Mitte eine bühnenähnliche Fläche ergibt, auf der sich ein "heiliges Schauspiel", ein "theatrum sacrum" formiert. Springt der Auszug weit in den Kirchenraum vor, so entsteht ein Baldachinaltar. Neugotik u. Neubarock haben alte Altarformen in eigenwilliger Weise nachgebildet. In jedem Altar sind ~ Reliquien eingelassen, die der Bischof bei der Altarweihe, meist in Bleischatullen gehüllt, einmauert. Früher wurden in den Kirchen mehrere Altäre errichtet, an denen - besonders in großen Kirchen - häufig gleichzeitig zelebriert wurde. Der Hochaltar steht in der Regel im ~ Chor, auch ~ Presbyterium genannt u. ist größer als die Seitenaltäre, die am Übergang vom Chor zum Langhaus oder in Seitennischen u. -kapellen stehen. Die Altäre sind zu Ehren von Heiligen errichtet oder einem göttlichen Geheimnis gewidmet. Das ~ Patrozinium des Altares ist in der Regel an der Darstellung des oder der Heiligen erkennbar.