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UNTERWEISUNG


UNTERWEISUNGSPFLICHT

Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV (zuletzt geändert 30.11.2016)
§ 6 - Unterweisung der Beschäftigten

(1) Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten ausreichende und angemessene Informationen anhand der Gefährdungsbeurteilung in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache zur Verfügung zu stellen
über
1.  das bestimmungsgemäße Betreiben der Arbeitsstätte,
2.  alle gesundheits- und sicherheitsrelevanten Fragen im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit,
3.  Maßnahmen, die zur Gewährleistung der Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten durchgeführt werden müssen, und
4.  arbeitsplatzspezifische Maßnahmen, insbesondere bei Tätigkeiten auf Baustellen oder an Bildschirmgeräten, und sie anhand dieser Informationen zu unterweisen.

(2) Die Unterweisung nach Absatz 1 muss sich auf Maßnahmen im Gefahrenfall erstrecken, insbesondere auf
1.  die Bedienung von Sicherheits- und Warneinrichtungen,
2.  die Erste Hilfe und die dazu vorgehaltenen Mittel und Einrichtungen und
3.  den innerbetrieblichen Verkehr.

(3) Die Unterweisung nach Absatz 1 muss sich auf Maßnahmen der Brandverhütung und Verhaltensmaßnahmen im Brandfall erstrecken, insbesondere auf die Nutzung der Fluchtwege und Notausgänge. Diejenigen Beschäftigten, die Aufgaben der Brandbekämpfung übernehmen, hat der Arbeitgeber in der Bedienung der Feuerlöscheinrichtungen zu unterweisen.

(4) Die Unterweisungen müssen vor Aufnahme der Tätigkeit stattfinden. Danach sind sie mindestens jährlich zu wiederholen. Sie haben in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache zu erfolgen. Unterweisungen sind unverzüglich zu wiederholen, wenn sich die Tätigkeiten der Beschäftigten, die Arbeitsorganisation, die Arbeits- und Fertigungsverfahren oder die Einrichtungen und Betriebsweisen in der Arbeitsstätte wesentlich verändern und die Veränderung mit zusätzlichen Gefährdungen verbunden ist.

 

Die Pflicht zur Unterweisung liegt gemäß §12 ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) beim Unternehmer (Arbeit-, Dienstgeber).

§ 12 Unterweisung
(1) Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfaßt Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muss bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muss an die Gefährdungsentwicklung angepaßt sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.
(2) Bei einer Arbeitnehmerüberlassung trifft die Pflicht zur Unterweisung nach Absatz 1 den Entleiher. Er hat die Unterweisung unter Berücksichtigung der Qualifikation und der Erfahrung der Personen, die ihm zur Arbeitsleistung überlassen werden, vorzunehmen. Die sonstigen Arbeitsschutzpflichten des Verleihers bleiben unberührt.

Alle Maßnahmen des Arbeitsschutzes, Prüfungen und Unterweisungen sind zu dokumentieren (§4, DGUV Vorschrift 1):

§ 4  Unterweisung der Versicherten
(1)  Der  Unternehmer  hat  die  Versicherten  über  Sicherheit  und  Gesundheitsschutz bei der Arbeit, insbesondere über die mit ihrer Arbeit verbundenen  Gefährdungen  und  die  Maßnahmen  zu  ihrer  Verhütung, entsprechend § 12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sowie bei einer Arbeitnehmerüberlassung entsprechend § 12 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)  zu  unterweisen;  die  Unterweisung  muss  erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens aber einmal jährlich erfolgen; sie muss dokumentiert werden.
(2)  Der  Unternehmer  hat  den  Versicherten  die  für  ihren  Arbeitsbereich oder für ihre Tätigkeit relevanten Inhalte der geltenden Unfallverhütungsvorschriften und Berufsgenossenschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BG-Regeln) sowie des einschlägigen staatlichen Vorschriften- und Regelwerks in verständlicher Weise zu vermitteln.

DOKUMENTATION - Bestandteile:

   Wer hat was geprüft/unterwiesen/beurteilt...

   wann, wo   Datum, Ort

   Unterschriften von Prüfer, Unterweiser... und Teilnehmer

 

DIE UNTERWEISUNG

  • erfolgt durch Unternehmer oder Vorgesetzte
  • ist an die Beschäftigten gerichtet
  • informiert über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen
  • ist Pflicht als Erst-, Wiederholungs- oder anlassbezogene Unterweisung (z. B. nach Unfall)
  • vermittelt die Inhalte von Vorschriften (DGUV Vorschrift1 - § 4 (2))

INHALTE/THEMEN DER UNTERWEISUNG

Nutzen Sie z. B. vorhandene Betriebsanweisungen als zentrales Dokument im Arbeitsschutz:

  • vorh. Betriebsanweisungen sind ein Leitfaden für Unterweisungen
  • Betriebsanweisung ist eine zusätzl. Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung
  • Betriebsanweisungen können betriebliche Abläufe steuern
  • Betriebsanweisung ergänzt evtl. notwendige Betriebsanleitungen

Falls noch keine Betriebsanweisungen vorhanden sind kann mit Kerntätigkeiten (auch Thema "Erste-Hilfe", "Verhalten im Brandfall", "Arbeiten auf Leitern", "Eigenbauarbeiten", "Schmücken oder Reinigen der Kirche"..., Arbeitsmitteln oder Arbeitsstoffen begonnen werden. 

VORTEILE FÜR VERANTWORTLICHE
Unterweisung der Mitarbeiter, z. B. mit Hilfe von Betriebsanweisungen

  • bezieht die Mitarbeiter in den Arbeitsschutz ein
  • strukturiert betriebliche Abläufe
  • klärt Verantwortlichkeiten
  • dokumentiert Gefährdungsbeurteilungen
  • schafft Rechtssicherheit!!!

 

UNTERWEISUNGSNACHWEISE (Vorlagen der VBG)

Auf der Themenseite der VBG - Kirchen:
Unterweisungs- u. Praxishilfen für Kirchengemeinden

 

Pfarreien des Bistums Passau finden im Arbeitsschutzordner unter Register 7 sowie im Intrantet unter Generalvikariat/Arbeitssicherheit/Unterweisungshilfen         ergänzende Unterweisungs- und Dokumentationshilfen, z.B. den neuen AS-Flyer Unterweisung (Stand 2016)!