Am Sonntag ging die 72-Stunden-Aktion — die Sozialaktion des BDKJ — auch im Bistum Passau zu Ende. Diese fand vom 23. — 26. Mai 2019 deutschlandweit statt. Zahlreiche großartige, ideenreiche und kreative Projekte wurden umgesetzt und verwirklicht. Damit haben die Kinder und Jugendlichen ihren Ort, ihr Dekanat und damit auch ihr Bistum Passau ein Stück besser gemacht und gezeigt, wie Glaube gelebt wird. Mit 87 teilnehmenden Gruppen und über 1.700 Kindern und Jugendlichen haben im Bistum Passau dieses Jahr mehr Gruppen und Personen teilgenommen als noch bei der letzten 72-Stunden-Aktion 2013. Vor allem in den Tagen unmittelbar vor dem Anmeldeschluss gingen bei uns noch sehr viele Anmeldungen ein. Das hat uns sehr gefreut“, sagt Johanna Haselböck, hauptamtliche BDKJ-Vorsitzende im Bistum Passau und Hauptorganisatorin der 72-Stunden-Aktion.

Die 72-Stunden-Aktion startete in Passau am Donnerstag um 17.07 Uhr. Bischof Stefan Oster, der auch Jugendbischof in Deutschland ist, übernahm zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Schirmherrschaft im Bistum Passau und überreichte stellvertretend zwei Gruppen aus Passau ihre Aufgabe. Die Firmlinge aus dem Dekanat Passau und die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) mit den Ministranten St. Anton hatten sich für die „Get-It” Variante entschieden. Sie suchten sich nicht selbst ein Projekt aus, sondern bekamen dieses von ihrem KoKreis zugeteilt. „Das ist eine großartige Sache. So viele junge Menschen retten drei Tage die Welt. Das ist wunderbar, weil sie Zeugen ihres Glaubens sind — was kann man sich als Bischof mehr wünschen“, sagte Bischof Stefan Oster bei der Auftaktveranstaltung im Bistum Passau. Der Jugendbischof übergab den Firmlingen ihre Aufgabe: Das Ronald-Mc-Donald bietet Eltern und Familien ein Zuhause, während ihre schwer kranken Kinder in der Kinderklinik Passau in Behandlung sind. Die Firmlinge verbrachten die 72 Stunden mit den Eltern und Familien, um ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen und ihnen Mut zu machen.
Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) übergab per Videobotschaft der zweiten Gruppe, der CAJ und den Ministranten aus St. Anton, ihre Aufgabe: Sie sollen in Passau eine Umfrage machen, wie die Passauer zu Europa stehen. Die Ergebnisse wurden dann am Sonntag in einer Ausstellung präsentiert. So entstand eine Freiluftausstellung vor der Pfarrkirche St. Anton, die nach dem Sonntagsgottesdienst um 11.30 Uhr eröffnet wurde. Die Kirchgänger und Besucher verweilten lange vor der Pfarrkirche, um sich die Ergebnisse anzuschauen. Außerdem sollte die Ausstellung motivieren, an der heutigen Europawahl teilzunehmen. Die Kinder und Jugendlichen hatten eine Liste mit den tollsten Errungenschaften der Europäischen Union erstellt, die die Bürger in ihrem Alltag unmittelbar betreffen. Ganz oben auf der Liste stand die Abschaffung der Roaming Gebühren. In den Tagen zuvor hatten die Jugendlichen eine Umfrage in Passau gemacht, von welchen Themen die Bürger bei der Europawahl ihre Stimme abhängig machen.
Am Freitagvormittag besuchte Bischof Stefan Oster die DJK Vornbach, die zusammen mit Schülern der K‑Schule in Passau-Grubweg eine Torwand aus Holz baute und bemalte. Dabei nahm der Jugendbischof auch an einem Rollstuhlrennen teil und musste dabei schwierige Hindernisse überwinden. An der Bandbreite der Ideen wurde deutlich, dass sich die Teilnehmer für viele Themen begeistern. Viele Gruppen kooperierten mit sozialen Einrichtungen wie etwa Kindergärten und Altenheimen. Ein Großteil entschied sich für ein Bauprojekt, aber auch die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit inspirierte die Jugendlichen.
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Da im Dekanat Altötting mit 19 Gruppen die meisten Weltretter unterwegs waren, werden diese demnächst vom BDKJ-Diözesanvorstand mit einer Grillfeier belohnt. Die Pfadfinder in Winhöring (Dekanat Altötting) mit über 40 Kinder und Jugendlichen etwa widmete sich dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit und stellte selbst Seife her. Viele Gruppen ließen sich vom Volksbegehren Artenvielfalt inspirieren, pflanzten Bäume und legten Blühwiesen an. Die CAJ Kirchberg im Wald (Dekanat Regen) gestaltete den Pfarrhof zu einem Blumenparadies um. Die Katholische Landjugend Bewegung (KLJB) in Auerbach (Dekanat Osterhofen) baute einen Unterstand für den Kindergarten. Darin werden in Zukunft die Fahrzeuge der Kinder verstaut. Kinder und Jugendliche der Feuerwehr in Heindlschlag erneuerten den Spielplatz hinter der alten Schule. Bei der Aktion „Drei Tage Zeit für Helden“ entstand der Spielplatz. Da die Geräte mittlerweile in die Jahre gekommen waren, bauten die zehn Jugendlichen eine neue Schaukel, einen neuen Sandkasten und einen Reifenturm. In vielen Gruppen finden am heutigen Sonntag noch viele Andachten und Gottesdienste statt, in denen die Jugendlichen Gott danken, dass er sie während der 72h begleitet und seine schützende Hand über sie gehalten hat.
„Wir sind sehr froh, dass die 72-Stunden-Aktion bei uns im Bistum Passau ohne große Unfälle über die Bühne gegangen ist“, sagt Sonja Resch, ehrenamtliche BDKJ-Diözesanvorsitzende im Bistum Passau. Zusammen mit über 120 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern organisierte der BDKJ-Passau mit Johanna Haselböck, Sonja Resch, Michael Hofbauer, Matthias Zitzelsberger, Dominik Wiesmann, Lee Tanzer und Jugendpfarrer Wolfgang de Jong die viertägige Aktion. „Vie-len herzlichen Dank an alle Helfer. Ohne sie wäre die Aktion nicht möglich gewesen“, sagt Sonja Resch. Die 72-Stunden-Aktion hat gezeigt, dass Jugendliche Kirche und ihr Umfeld entscheidend mitgestalten wollen und ihren Glauben aktiv leben.
Text: BDKJ
Bilder: BDKJ, pbp