
Heute vor 85 Jahren, am 1. Juli 1936, erschien die erste Ausgabe des Passauer Bistumsblatts. Der damalige Bischof Sigismund Felix von Ow-Felldorf hatte das Passauer Bistumsblatt ins Leben gerufen, um der Kirche in der schwierigen Zeit eine Stimme in der Öffentlichkeit zu verleihen. 1941 wurde es von den Nazis verboten. Erst nach dem Krieg konnte es wieder erscheinen.
„Nun tritt das Passauer Bistumsblatt zum erstenmal in aller Bescheidenheit und Schlichtheit vor Euch hin. Wie herzlich würden wir uns alle freuen, wenn dazu unser geliebter seliger Oberhirte Bischof Sigismund Felix das Geleitwort schreiben könnte!“, schrieb Dompropst Franz Riemer im Geleitwort anstelle des eben verstorbenen Bischofs, der die erste Ausgabe nicht mehr erleben sollte. So war das erste Bild der jungen Zeitung das „Bild des lieben Toten“, wie der Bistumsverweser weiter schrieb.
„Man darf die heutigen Tage als Herausforderung sehen, resignieren aber darf man nicht.”
Seit nun 85 Jahren berichtet das Passauer Bistumsblatt über „die vielen Seiten des Lebens“ im Bistum und der jetzige Chefredakteur Wolfgang Krinninger schreibt dazu: „Den 75. Geburtstag des Passauer Bistumsblatt haben wir groß gefeiert, den 85. begehen wir leise. Vor allem deshalb, weil wir am Anfang des Jahres noch nicht wussten, wie sich Corona weiterentwickeln würde. Und doch kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wenn man auf diese achteinhalb Jahrzehnte zurückblickt. Geschichten, Bilder, Erinnerungen von einer Kirche, die lebt, begeistert, ansteckt – und die vor allem Mut macht. Das ist auch Ansporn: Man darf die heutigen Tage als Herausforderung sehen, resignieren aber darf man nicht. Wir wollen eine spannende, interessante Zeitung machen, auf die Fragen der Menschen verständliche Antworten aus der Sicht des christlichen Menschenbildes geben, die Freude am Glauben fördern – und so dazu beitragen, dass „die Menschen einander noch besser kennenlernen und leichter zueinander finden“, wie es in der Pastoralinstruktion Communio et Progressio (Gemeinschaft und Fortschritt) von Papst Paul VI. so schön formuliert ist. Wenn uns das gelingt, muss uns um die kommenden Jahre nicht bange sein.“
Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und Gottes Segen!