Das glauben wir

Ewige Anbetung in Eichendorf

Redaktion am 18.01.2024

2024 01 13 Ewige Anbetung Eichendorf Sebastianikapelle AS 28 Foto: Stephanie Altmann

Für Samstag, 13. Januar 2024, waren alle Gläubigen in die Pfarrkirche St. Martin eingeladen, um dort Gebetswache zu halten und Jesus Christus während seiner Anwesenheit in der Welt anzubeten.

Im Bis­tum Pas­sau sind die Ange­hö­ri­gen der Pfar­rei Eichen­dorf jedes Jah­res am 13. Janu­ar reprä­sen­ta­tiv für das gan­ze Bis­tum dafür aus­ge­wählt, unun­ter­bro­chen, min­des­tens stun­den­wei­se, vor dem in der Mons­tranz aus­ge­setz­ten Altar­sa­kra­ment zu beten.

Zur Todes­stun­de des Erlö­sers setz­te Pater Jip­son Per­um­puzhaka­da­vil HGN am dies­jäh­ri­gen Anbe­tungs­tag den Leib Chris­ti in der Gestalt der Hos­tie zur Anbe­tung in der Sebas­tia­nika­pel­le der Pfarr­kir­che St. Mar­tin aus. 

Die treu­en Gebets­wäch­te­rin­nen und ‑wäch­ter hat­ten sich unter­ein­an­der abge­stimmt bzw. in die am Schrif­ten­stand aus­lie­gen­de Anwe­sen­heits­lis­te der Anbe­ter ein­ge­tra­gen, um — der Anwei­sung der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung gemäß — zu gewähr­leis­ten, dass die Aus­set­zung des Aller­hei­ligs­ten nie­mals ohne hin­rei­chen­de Gebets­wa­che statt­fin­det. Wäh­rend der Zeit der stil­len Anbe­tung gesell­ten sich immer wie­der Gläu­bi­ge hin­zu, beson­ders als dann von Hil­de­gard Hartl und Maria Weber der licht­rei­che Rosen­kranz vor­ge­be­tet wurde. 

Im Anschluss an das Rosen­kranz­ge­bet fei­er­te Pater Jos­hy Kan­ji­ratham­kun­nel MI, unter­stützt von Thu­rif­erar (= Weih­rauch­fass­trä­ger) Jakob Kirsch­ner und Navi­ku­lar (= Weih­rauch­schiff­chen­trä­ger) Simon Hof­mann, mit den anwe­sen­den Gläu­bi­gen eine Anbe­tungs­an­dacht, bevor er den Eucha­ris­ti­schen Segen spen­de­te und das Aller­hei­ligs­te — das in einem halb­mond­för­mi­gen Gefäß (der Lunu­la) gehal­ten wird — aus der Mons­tranz ent­nahm, in die Kus­to­dia ein­ge­setzt und beglei­tet von den bei­den Minis­tran­ten in den Taber­na­kel über­führ­te. Die Kus­to­dia ist übri­gens ein geson­der­tes lit­ur­gi­sches Gefäß und ein Zei­chen dafür, dass Gott über uns wacht.

Unser Bild zeigt Pater Jos­hy in der Sebas­tia­nika­pel­le wäh­rend er mit dem Aller­hei­ligs­ten in der Mons­tranz den Gläu­bi­gen den Eucha­ris­ti­schen Segen spen­det. Die Kus­to­dia sehen sie zwi­schen den bei­den Weih­nachts­ster­nen hervorspitzen.

Die eucha­ris­ti­sche Anbe­tung selbst ist eine alte Tra­di­ti­on der römisch-katho­li­schen Kir­che. Katho­li­ken glau­ben an die wahr­haf­te Gegen­wart Jesu Chris­ti in den Gestal­ten der Eucha­ris­tie, also in der wäh­rend einer Hei­li­gen Mes­se zum Leib Chris­ti gewan­del­ten Hos­tie bzw. zum Blut Chris­ti gewan­del­ten (wäh­rend der Lit­ur­gie mit Was­ser ver­dünn­tem) Wein. Wie bei Wiki­pe­dia zu lesen ist, soll die­se Tra­di­ti­on im 10. Jahr­hun­dert in Klös­tern ent­stan­den sein. Das Lexi­kon für Theo­lo­gie und Kir­che sieht den geschicht­li­chen Ursprung (im zwei­ten Jahr­hun­dert) im 40-tägi­gen Gebets­fas­ten zur Erin­ne­rung an die Gra­bes­ru­he Chris­ti und im Pas­si­ons­brauch der Grab­le­gung, bei dem außer Kreuz oder Skulp­tur Chris­ti teil­wei­se auch die Eucha­ris­tie im Sepul­crum (lat. Ruhe­stät­te — klei­ne Reli­qui­en­gruft im Altar­tisch) depo­niert wur­de (so die Vita des Hei­li­gen Ulrichs von Augs­burg, 937). Aus die­ser Gebets­form ent­wi­ckel­te sich dann das ewi­ge (immer­wäh­ren­de) Gebet vor dem in der Mons­tranz aus­ge­setz­ten Altar­sa­kra­ment. Um die Prä­senz Chris­ti in der Welt stän­dig gegen­wär­tig zu hal­ten und sich immer dar­an zu erin­nern, wur­de die stil­le oder lit­ur­gi­sche gestal­te­te Anbe­tung zu jeder Tages- und Nacht­stun­de ein­ge­führt, also 24 Stun­den am Tag, sie­ben Tage die Woche.

Text: Ste­pha­nie Altmann

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