
Die Gesamtkonferenz des Bischöflichen Jugendamts Passau am 7. bis 9. Juli hat im Haus der Jugend heuer unter besonderen „Coronabedingungen“ stattgefunden. Zentral wurden verschiedene Jugendaktionen in Coronazeiten diskutiert. Bischof Stefan Oster hat die Jugendbüros in der Umsetzung der guten Ideen bestärkt.
Bischof Oster trifft Jugendbüros
Das diesjährige Treffen von Bischof Stefan Oster mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bischöflichen Jugendbüros stand ganz im Zeichen von Corona. „Es sind komische Zeiten“, sagte Jugendpfarrer Wolfgang de Jong, „aber sie bieten auch die Chance zu prüfen: Was brauchen wir tatsächlich und was kann weg?“ So berichteten die jungen Menschen aus ihrer Jugendarbeit unter veränderten Umständen von ihren Bemühungen, trotz Lockdown und Social Distancing mit „ihren“ Jugendlichen in Kontakt bleiben zu können, nachdem beliebte Großveranstaltungen, wie zum Beispiel die Jugendfußwallfahrt, aber auch Gruppenstunden und sonstige Treffen abgesagt werden mussten. Da ging es zum einen um die Chancen der Digitalisierung, um das erfolgreiche Angebot spezieller Online-Aktivitäten mit Mut machenden Impulsen und Möglichkeiten für persönlichen Austausch, um einen eigenen YouTube-Kanal (Spiri-TV) mit wöchentlichen Videos zu Glaubensinhalten und die Entwicklung einer digitalen Gruppenleiter-Ausbildung. Zum anderen seien aber auch ganz analog Ideen umgesetzt worden, die gut angekommen seien: Etwa die Einkaufshilfen der Jugendverbände, ein Kinder-Sonntagsblatt mit Bibeltexten und Rätseln, eine Wäscheleine mit Segenssprüchen zum Mitnehmen und eine Schnitzeljagd für Familien.
„Aufs Ganze betrachtet ist Kirche Realpräsenz: Gott ist tatsächlich da. Alles andere ist bestenfalls eine Art Vorfeld von Gläubigwerden, etwas, das hinführen helfen kann zu diesem Eigentlichen.”
In den vergangenen Monaten sei deutlich geworden, dass das virtuelle Miteinander schnell an seine Grenzen stoße, was nicht nur an mangelnder Nähe, sondern bisweilen auch an technischen Voraussetzungen lag. Deshalb appellierten die Mitarbeitenden des Bischöflichen Jugendamts an die Bistumsleitung, die Möglichkeiten digitaler Kommunikation auszubauen und vor allem, nachdem Sportvereine wieder trainieren dürften, doch auch Gruppenstunden und Übernachtungen in Jugendhäusern wieder zuzulassen.
Bischof Oster bedankte sich bei allen Anwesenden für ihr Engagement, in den vergangenen Monaten als Gläubige bei Jugendlichen präsent zu bleiben. „Aufs Ganze betrachtet ist Kirche Realpräsenz: Gott ist tatsächlich da“, sagte er – „alles andere ist bestenfalls eine Art Vorfeld von Gläubigwerden, etwas, das hinführen helfen kann zu diesem Eigentlichen.“ Daher werde das persönliche Zeugnis davon, was Jesus Christus für einen selbst bedeute, im Leben immer wichtiger, wenn es darum geht, Kirche zu gestalten. Seine Anliegen seien echte Herzensbildung und das Wahrnehmen oft versteckter Jugendnot. Er freue sich sehr über die guten Ideen, die so gerne angenommen worden seien. „Weiter ausprobieren!“, rief Bischof Oster in die Runde – ihre Anliegen hat er sich auf jeden Fall notiert.
Gesamtkonferenz des Bischöflichen Jugendamts
Und auch die Gesamtkonferenz des Bischöflichen Jugendamts Passau am 7. Juli zwei Tage vor dem Treffen mit Bischof Stefan Oster war von Corona geprägt. Nicht nur die Sitzplatzanordnung an Einzeltischen mit Abstand unterschied diese Konferenz von denen die Jahre zuvor. Auf der Agenda Jugendbüros und Jugendverbände standen: verschiedene Aktionen für Kinder und Jugendliche, die jetzt in Coronazeiten funktionieren. So haben die Konferenzteilnehmer um das Leitungsteam Jugendpfarrer Wolfgang de Jong, Wolfgang Schurr und Matthias Geyer u.a. diskutiert:
- eine Gebetsaktion auf Instagram
- ein wöchentliches Online-Kindersonntagsblatt
- eine virtuelle Gruppenleiterwerkstatt
- eine sogenannte „Segens-Wäscheleine“ (etwas Gutes zum Mitnehmen)
- eine digitale (für Jugendliche) und eine analoge (für Kinder und junge Familien) Schnitzeljagd
- Glaubensimpulse und Gebete auf Facebook
Das neue Hygienekonzept für Jugendhäuser im Bistum Passau hat Hausleiter Thomas Graf vorgestellt. Ein Teil davon haben die Teilnehmer gleich am selben Tag ausprobiert. Insgesamt waren die Teilnehmer (Jugendamtsleitung, Leiter der Jugendämter und Verbandsvertreter) froh darüber, dass die Konferenz überhaupt „live“ und nicht online stattfinden konnte. In direktem Gespräch konnten die Themen, die auf der Tagesordnung standen, auch gut vorangebracht werden.
Text + Fotos: Hofmeister/Hintermayr