
Der Ausdruck Macht kommt vom Wort „machen“ und ist als solcher erst einmal wertneutral. Nicht nur mit Blick auf politische Machthaber denken wir zunehmend an die „dunkle“ Seite der Macht und vergessen, dass es auch eine helle geben kann, kommentiert der Autor unseres Editorials der aktuellen Ausgabe 9-2025.
„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ Es gab eine Zeit, da waren Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika für kluge Sätze und vor allem für weises Handeln bekannt. In dem Fall ist es tatsächlich schon richtig lange her: Abraham Lincoln, Mitbegründer der Republikanischen Partei und von 1861 bis zu seiner Ermordung 1865 der 16. US-Präsident, wird der oben zitierte Satz zugeschrieben. Lincoln wird neben George Washington und Franklin D. Roosevelt als einer der besten Präsidenten, die das Land jemals hatte, verehrt. Als der Dichter Walt Whitman von Lincolns Tod erfuhr, widmete er ihm das Gedicht„O Captain! My Captain!“ Es handelt von einem Kapitän, der sein Schiff durch große Gefahren sicher in den Hafen steuert, das Ziel aber selbst nicht lebend erreicht.
160 Jahre später spielt der 47. US-Präsident, der …