
In den Exerzitien im Alltag nehmen Sie sich bewusst Zeit für Ihre Beziehung zu Gott, um immer offener zu werden für ihn in Ihrem ganz konkreten, persönlichen Leben. Exerzitien im Alltag sind eine besondere Zeit, die gestaltet sein will. Machen Sie Erfahrungen, was zu Ihnen und Ihrem Alltag passt, finden Sie eine Balance zwischen Selbstdisziplin und Gelassenheit.
gesegnet sein - mutig leben

Unter deinen Segen stelle ich mich, Gott.
Deine Nähe umgebe mich wie warmes L icht.
Lass mich einen Moment verweilen
in deiner Geborgenheit.
Lass mich deine Güte und Liebe aufnehmen
mit jeder Pore meines Seins.
Dann kann ich mutig leben.
1. Impuls: Segen – Gottes Ja zu mir
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
Num 6,24−26
Dieser Segen steht ganz am Anfang der Geschichte Gottes mit uns Menschen im Alten Testament. Beim Auszug aus Ägypten segnet Gott ausdrücklich sein Volk. Segen ist Gottes Ja zu uns Menschen, zu jedem einzelnen, persönlich, bedingungslos, immer und überall. Er sagt uns damit Gutes zu. Darauf darf ich vertrauen. Gottes Segen umgibt mich, er „rieselt“ von oben auf mich herab, in mich hinein, wie auf diesem Bild.
Ich kann in die Silhouette ein Foto von mir hineinkleben, meine Umrisse einzeichnen oder mich einfach hineindenken.
Ich verweile ein paar Minunten in dieser wohltuenden, schützenden Kraft.
Für den Tag
Heute stelle ich mich ganz bewusst immer wieder unter Gottes Segen.
Gebet
Guter Gott,
von allen Seiten umgibst du mich,
segnest und stärkst mich.
Ich danke dir dafür.
Amen.
2. Impuls: Segen erfahren
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Gesegnet der Mensch, der auf den HERRN vertraut
und dessen Hoffnung der HERR ist.
Jer 17,7
Wie oft stecke ich in scheinbar ausweglosen Situationen fest?
Situationen, in denen etwas Mut, Hoffnung oder Vertrauen nicht schaden
könnten.
Alles gehört zum Leben, alles ist bei Gott zu finden. Gott spricht mich an und im Dialog mit ihm mache ich Erfahrungen, die ich sonst nicht gemacht hätte.
Ich bin gesegnet. Dieser Satz gilt mir. Im Vertrauen darauf, darf ich leben.
Für den Tag
Hier können Sie sich Ihren persönlichen Segen abholen:
www.segen.jetzt (Wenn Sie keinen Internetzugang haben, bekommen
Sie einen persönlichen Segen im Ref. Exerzitien. Kontakt s. S. 2
im Impressum)
Gebet
Du lebendiger Gott, segne mich.
Segne meine Augen, damit ich jeden freundlich ansehe, der mir begegnet.
Segne meine Ohren, damit ich den Schrei meiner notleidenden Mitmenschen höre.
Segne meinen Mund, damit ich Gutes zu anderen und über andere sagen.
Segne mein Herz und erfülle mich mit großer Liebe zu Gott und den Menschen.
Segne meine Hände, damit ich dort helfe, wo ich gebraucht werde.
Segne meine Füße, damit ich auf Jesu Spuren wandle.
So segne mich, liebender Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen.
Ich kann bei den Segensbitten nacheinander Augen, Ohren, Mund, Herz berühren
und auf Hände und Füße schauen. (nach Sr. Theresita M. Müller SMMP)
3. Impuls: Meine Grenzen annehmen
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Du verschaffst meinen Grenzen Frieden.
Psalm 147,14
Oft spüre ich im Alltag schmerzlich meine Grenzen,
wenn mein Handeln hinter meinem Wollen zurückbleibt,
wenn ich trotz aller Bemühungen Fehler mache,
wenn ich Streitigkeiten trotz allen guten Willens nicht vermeiden kann,
wenn …
wenn …
Ich schreibe meine ganz persönlichen Grenzsituationen dazu.
Ich vertraue sie Gott an.
Gott kennt meine Grenzen und Unzulänglichkeiten.
Er verschafft ihnen Frieden.
Für den Tag
Ich nehme das Psalmwort mit in den Tag:
„Du verschaffst meinen Grenzen Frieden.“
Heute lasse ich mich von meinen Grenzen nicht entmutigen.
Gebet
Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht,
bringe ich vor Dich.
Wandle sie in Weite,
Herr erbarme Dich.
Gotteslob Nr. 437
4. Impuls: Meine ganze Wahrheit
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Jesus fuhr wieder ans andere Ufer hinüber und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Und sofort versiegte die Quelle des Blutes und sie spürte in ihrem Leib, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.
Mk 5, 21.24−34
Die Frau hatte Mut, Jesus zu berühren, ihre Furcht zu überwinden und ihm „die ganze Wahrheit“ zu sagen. Jesus wendet sich ihr zu. Das ist heilsam.
Ich stelle mir die Szene vor und finde meinen Platz darin. (siehe S. 9)
Jesus wendet sich mir zu, in einer Weise, die für mich passt.
Was möchte ich ihm sagen? Was ist meine Wahrheit? Er ermutigt mich dazu.
Für den Tag
Heute denke ich immer wieder daran, dass Jesus sich mir zuwendet.
Gebet
Jesus, ermutige mich immer wieder
dir nahe zu kommen. Amen.
Liedvorschläge
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Tagesrückblick
Einmal am Tag, vielleicht am Abend, nehme ich mir Zeit, um auf meinen Tag zurückzuschauen. Alles, was ich erlebt, gehört, getan und erfahren habe, bringe ich vor Gott und darf es zusammen mit seinem liebenden Blick anschauen. Es geht um mich, um Gott und um meine Lebensgestaltung gemeinsam mit ihm.
Innehalten
Durch- und Aufatmen: Ich habe Zeit!
Ich bin da. Gott ist da, mit mir.
Wahrnehmen
Ich schaue auf den Tag: Was nehme ich wahr?
Ich lasse kommen, was an Erinnerungen, Ereignissen,
Gedanken, Empfindungen … da ist.
Ich verweile, wo mich etwas berührt, beschäftigt, aufwühlt ….
Danken
Was hat mir gut getan?
Wo habe ich Ermutigung, Trost, Hoffnung gespürt?
Wodurch wurde ich beschenkt?
Versöhnen
Wo habe ich Misstrauen, Angst, Entmutigung gespürt?
Was will sich in mir ordnen, versöhnen, befreien?
Ich bitte Gott um seinen Beistand.
Bitten, danken, klagen, loben
Ich bringe vor Gott, was jetzt in mir da ist.
Wie mit einem guten Freund, einer guten Freundin, darf
ich mit ihm reden.
Vorausschauen
Ich schaue auf das, was (morgen) vor mir liegt
und bitte Gott um Kraft, Mut, Beistand, seine Begleitung.
Beenden
Mit einer Geste, einem Vaterunser oder Kreuzzeichen,
beende ich den Tagesrückblick.