
In den Exerzitien im Alltag nehmen Sie sich bewusst Zeit für Ihre Beziehung zu Gott, um immer offener zu werden für ihn in Ihrem ganz konkreten, persönlichen Leben. Exerzitien im Alltag sind eine besondere Zeit, die gestaltet sein will. Machen Sie Erfahrungen, was zu Ihnen und Ihrem Alltag passt, finden Sie eine Balance zwischen Selbstdisziplin und Gelassenheit.
gesendet sein mutig weitergehen

Jeder Tag ein Schritt
zu mir – zu dir.
Jeder Tag eine Stufe
in die Welt – in den Himmel.
Jeder Tag
ein Anfang – ein Weitergehen –
ein Ankommen
in dir – mit dir – bei dir
Gott.
1. Impuls: Von Heiligem Geist gestärkt
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden,wie es der Geist ihnen eingab.
Apg 2, 1 – 4
Die zunächst sprachlosen Jünger sprechen plötzlich die Sprache der Menschen um sie herum. Heiliger Geist erfüllt nicht nur das ganze Haus, sondern auch sie. Sie sind „Feuer und Flamme“. Dieses Feuer verteilt sich auf alle. Die Taube, Bild für Heiligen Geist, kommt aus der unzugänglichen Helligkeit und bringt Licht, Feuer, Kraft und Schwung mit.
Ich betrachte das Bild und lese den Text. Was bewegt mich?
Gottes Geist ist eine lebendige Kraft, die mich mit Mut erfüllt.
Ich nehme mir Zeit, diesem Gedanken in der Stille Raum zu geben: „Du bist das Feuer, das in mir brennt“.
Für den Tag
Diesen Satz nehme ich mit in den Tag: „Du bist das Feuer, das in mir brennt“.
Gebet
Atme in mir, Heiliger Geist,
brenne in mir, Heiliger Geist,
wirke in mir, Heiliger Geist.
nach GL 346
2. Impuls: Gottes Geist sendet auch mich
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Gott hat mich geschaffen, um das zu sein und zu tun, was nur mir und keinem anderen bestimmt ist.
Ich habe einen Platz in den Absichten und in der Welt Gottes, den kein anderer einnimmt.
Ich habe meine Sendung.
In irgendeiner Weise braucht er mich zur Ausübung seiner Pläne.
Ich bin an meinem Platz ebenso notwendig wie ein Erzengel an dem seinen…
Ich habe also teil an dem großen Gotteswerk.
Ich bin ein Ring in der Kette, ein Faden in dem Band, das Menschen miteinander verbindet.
Gott hat mich nicht umsonst erschaffen.
Ich soll sein Werk erfüllen, so gut ich kann.
Kardinal John Henry Newman
Ich lese den Text und lasse ihn auf mich wirken.
Ich unterstreiche die Textstellen, die mich besonders berühren und bewege sie in meinem Inneren.
Für den Tag
Eine dieser Textstellen nehme ich mit in den Alltag.
Gebet
Gott, wie unvorstellbar groß ist Dein Vertrauen in mich.
Du befähigst und sendest mich,
Deine Liebe und Dein Erbarmen in meinen Alltag
hineinzutragen.
Ich danke Dir.
Amen.
3. Impuls: Ich als Mutmacher:in – von Gott gestärkt ins Leben
Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Ich werde mich über sie freuen, wenn ich ihnen Gutes erweise. Ich pflanze sie ein in diesem Land, in Treue, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele.
Jer 32,41
Menschen Gutes zu erweisen ist ein besonderes Anliegen Gottes. Er ist der große Mutmacher des Lebens und lädt ein, seine Hilfe zu erfahren. Als seine Ebenbilder tut es uns gut, einander in Freundlichkeit, durch kleine Gesten, gute Worte oder starke Zeichen der Solidarität zu ermutigen.
Dabei geschieht Segensreiches.
Für den Tag
Heute überlege ich mir, wie ich als Mutmacher:in ein Zeichen setzen kann, im Kleinen oder Großen.
ODER: Ich überlege, wer für mich als Mutmacher:in ein Zeichen setzt.
Dies kann ich weitergeben und mich gezielt bedanken.
Gebet
Danke, für alle Mutmacherinnen und Mutmacher.
Danke, Gott, für neuen Mut.
Amen.
4. Impuls: Barmherzigkeit

Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Dieses Bild zeigt Werke der Barmherzigkeit. Wie ein Weg führen sie mitten ins Herz. Oft braucht es Mut, den Wegen des Herzens zu folgen, barmherzig zu handeln. Und es verlangt Mut, meine eigene Bedürftigkeit wahrzunehmen und zuzulassen.
Ich lasse das Bild und seinen Text auf mich wirken.
Welche Gedanken und Gefühle sind in mir da?
Ich bringe sie vor Gott.
Für den Tag
Heute bin ich aufmerksam dafür, wo mein barmherziger Blick oder mein barmherziges Handeln notwendig ist.
Gebet
Barmherziger Gott,
öffne mein Herz
damit mich die Not der Menschen anrührt
und ich Not-wendiges tue.
5. Impuls: Was ich mir im Herzen bewahren möchte

Ich nehme meinen Platz ein. Ich atme tief durch.
„Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Ich nehme mir eine Zeit der Stille und des Gebetes, um gemeinsam mit Gott auf die Exerzitien im Alltag zurückzuschauen. Ich bitte ihn, mich sehen zu lassen, was mir in dieser Zeit geschenkt worden ist und zu erkennen, was ich für mein (geistliches) Leben mitnehmen darf, damit ich immer mehr in der Liebe zu ihm, zu den Menschen und zur Schöpfung wachsen darf.
Ich schaue mit Hilfe der Impulsfragen zurück auf die Exerzitien. Ich kann mir Notizen machen:
In diesen Wochen der Exerzitien im Alltag habe ich neu (oder wieder) für mich entdeckt:
Diese Form des Betens hat mich angesprochen und kann für die nächste Zeit „meine“ Weise des Betens sein:
In meinem Alltag möchte ich weiterführen und/oder vertiefen:
Andere wertvolle Erfahrungen waren für mich:
Dieses Gebet, dieser Impuls, diese Bibelstelle hat mich besonders angesprochen und berührt. Dabei möchte ich noch ein wenig bleiben: Zum Ende der Gebetszeit (oder zu einer anderen Zeit) betrachte ich das nebenstehende Bild „Jesus und die Seele“. Ich finde mich selbst in diesem Bild. Was steigt in mir auf? Wofür bin ich dankbar? Worum bitte ich? Wofür preise ich Gott?
Für den Tag
Ich danke für das, was mir in den Exerzitien im Alltag geschenkt wurde.
Gebet
Danke, Gott!
Liedvorschläge
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Tagesrückblick
Einmal am Tag, vielleicht am Abend, nehme ich mir Zeit, um auf meinen Tag zurückzuschauen. Alles, was ich erlebt, gehört, getan und erfahren habe, bringe ich vor Gott und darf es zusammen mit seinem liebenden Blick anschauen. Es geht um mich, um Gott und um meine Lebensgestaltung gemeinsam mit ihm.
Innehalten
Durch- und Aufatmen: Ich habe Zeit!
Ich bin da. Gott ist da, mit mir.
Wahrnehmen
Ich schaue auf den Tag: Was nehme ich wahr?
Ich lasse kommen, was an Erinnerungen, Ereignissen,
Gedanken, Empfindungen … da ist.
Ich verweile, wo mich etwas berührt, beschäftigt, aufwühlt ….
Danken
Was hat mir gut getan?
Wo habe ich Ermutigung, Trost, Hoffnung gespürt?
Wodurch wurde ich beschenkt?
Versöhnen
Wo habe ich Misstrauen, Angst, Entmutigung gespürt?
Was will sich in mir ordnen, versöhnen, befreien?
Ich bitte Gott um seinen Beistand.
Bitten, danken, klagen, loben
Ich bringe vor Gott, was jetzt in mir da ist.
Wie mit einem guten Freund, einer guten Freundin, darf
ich mit ihm reden.
Vorausschauen
Ich schaue auf das, was (morgen) vor mir liegt
und bitte Gott um Kraft, Mut, Beistand, seine Begleitung.
Beenden
Mit einer Geste, einem Vaterunser oder Kreuzzeichen,
beende ich den Tagesrückblick.