
Einige Wochen war Diakon Günther Jäger wieder auf der griechischen Insel Lesbos, um sich über den aktuellen Stand der Flüchtlingshilfe zu informieren.
Der Diakon aus dem Pfarrverband Feichten arbeitet dort als Mitglied der Münchner Organisation “Support International e.V.” mit „Home for All“ zusammen, einer einheimischen Hilfsorganisation, die sich um die dort gestrandeten Flüchtlinge kümmert.
„Alles bestens“ berichtet er und ist stolz, dass im „Home Village“ bereits die ersten Erträge geerntet werden. Paprika, Zuccini, Okra, Auberginen, Melonen, Tomaten und Gurken werden in der Küche nicht nur zu schmackhaftem Essen verarbeitet, sondern auch in der täglichen Versorgung der Menschen innerhalb des Camps Kara Tepe II ebenso wie bei den vielen Menschen außerhalb des Camps verteilt.
Mit den Spendengeldern, die auch aus des Pfarrverbandes Feichten großzügig fließen, wurde zudem ein Planschbecken für die Mutterkindbetreuung außerhalb des Camps angeschafft. Viele der Kinder und auch die Erwachsenen verlieren hier die Scheu vor Wasser und erfahren Abwechslung in der sommerlichen Eintönigkeit, in der so viele der Flüchtlinge zum Nichtstun verdammt sind.
Hitze von über 40 Grad, Trockenheit und Wind: Das ist seit dem Wochenende der Insel zum Verhängnis geworden. Schwer getroffen wurde der Süden der Insel Lesbos, am Berg Olympos mit Waldbränden. Urlaubsorte wurden geräumt, Hausbesitzer evakuiert. Häuser und Autos gehen in Flammen auf, vor allem ist der Dadia-Nationalpark mit seinen weitläufigen Pinienwäldern betroffen. Löschflugzeuge wurden angefordert um die Brände, die immer wieder vom Wind angefochten werden, vom ersten Tageslicht bis zum Einbruch der Dunkelheit aus der Luft zu bekämpfen, berichtet Jäger. Noch immer arbeiten Feuerwehren auf Hochtouren, um die Brände in Griff zu bekommen. „Am letzten Freitag hat der Wind gedreht und treibt beißenden weißen Rauch über die Berge in die Bucht von Gera. Hier ist unser Stützpunkt und auch unser Landwirtschaftsprojekt Home Village“, so Jäger, der seit Sonntag wieder durchatmen kann, denn der Wind habe abgeflaut. Zur kritischen Stunde am vergangenen Samstag, sei ihm mitgeteilt worden, dass, wenn das Feuer über die Berge kommt, nur zwei Stunden für die Flucht bleiben. Doch inzwischen scheint das Feuer unter Kontrolle, gelöscht ist es noch nicht. Auch hier hilft Günther Jäger gerne. Kurzfristig wurden 624 Flaschen Wasser, 35 Kilo Äpfel und 500 Masken zu den Einsatzkräften im Brandgebiet gebracht, die dankbar angenommen wurden. „Die Äpfel sind gefragt; sie löschen Durst und hinterlassen keinen Abfall. Wir wollen auch denen helfen, die anderen helfen“, so Günther Jäger.
Erleichtert ist Jäger auch, weil die ersten evakuierten Menschen wieder in ihr Dorf und in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Während sich Jäger auf den Heimweg macht, wird seine Organisation noch für 50 Familien warmes Essen zubereiten, sowie nötige haltbare Lebensmittel in den nächsten Tagen ins Bergdorf bringen. „Vater Raphael, ein orthodoxer Priester, den ich schon kennenlernen durfte, hat um Hilfe für sein Bergdorf gebeten und wir haben sofort zugesagt.“ Neben der täglichen Hilfe für die Flüchtlinge sei dies ein Beispiel, wie den Einheimischen in Notsituationen beigestanden wird und sich die Hilfe nicht nur auf Flüchtlinge beschränkt. „Bei meinen Aufenthalten wird mir immer wieder bestätigt, dass es mit den richtigen Menschen an der Seite und wertvollen Partnerschaften gelingt, Menschen in Not zu helfen“, so Jäger.
Ende Mai 2021 ist Günther Jäger, der als Diakon im Pfarrverband Feichten tätig ist, erstmal nach Lesbos aufgebrochen, um dort als Flüchtlingshelfer in den Camps zu arbeiten.
Text: Tine Limmer
Wenn Sie helfen wollen:
Spendenkonto: Support International e.V.
Volksbank Freiburg, IBAN: DE32 6809 0000 0003 5025 11, BIC: GENODE61FR1, Kennwort: Lesbos