
Große Solidarität und Hilfsbereitschaft gibt es in der Gemeinde Tyrlaching für die Menschen, die von der Flutkatastrophe im Ahrtal betroffen sind. Initiert von Markus Perschl und unterstützt von der Gemeinde Tyrlaching geht die Hilfe weiter: Ende Juni hat der Tyrlachinger Markus Perschl sich schon zum dritten Mal mit einem engagierten Helferteam auf den Weg ins Ahrtal gemacht. Im November ist die nächste Fahrt geplant.
Markus Perschl ist 47 Jahre alt, Vater von zwei Kindern, gelernter Maurer und in Vollzeit Hausmann. Er engagiert sich seit Sommer 2021 für die Flutbetroffenen im Ahrtal, Rheinland-Pfalz. Als er im vergangenen Jahr, am 15. Juli 2021, erfuhr, welche Katastrophe sich dort ereignet hatte, war ihm klar, dass er handeln musste: „Ich dachte mir, den Menschen im Ahrtal muss geholfen werden. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Ich wollte meinen Beitrag dazu leisten!“
Also beschloss er eine Spenden-Tour zu organisieren. Für die erste Tour im Dezember 2021 brachte er 4.500 € an Geldspenden aus seinem Freundeskreis zusammen, dann kamen noch ca. 1.000 € Sachspenden dazu. Davon kaufte er dringend benötigte Baumaterialien und diverse Lebensmittel. „Ich packte alles auf drei Autoanhänger und in die Autos, ca. sechs Tonnen Material, und wir fuhren Richtung Ahrtal“, berichtet er. „Nach zehnstündiger Fahrt angekommen, an einem Ort der Zerstörung! Solche Bilder kannte ich bis dahin nur aus Kriegsfilmen.“
Er entschied sich nach diesen Erlebnissen weiter zu machen. Die zweite Tour wurde Anfang März 2022 angesetzt. Dieses Mal hatte Markus Perschl auch den Bürgermeister von Tyrlaching, Andreas Zepper mit im Boot. Die Gemeinde unterstützte Perschl mit einem Spendenkonto, über das die Gemeinde auch Spendenquittungen ausstellen kann. Es kamen diesmal über 25.000 € an Geldspenden und ca. 10.000 € an Material und Werkzeug zusammen. Von den Geldspenden wurden wieder dringend benötigte Baustoffe und Lebensmittel gekauft, so Perschl. „Dringend wurde auch Trinkwasser benötigt, da bis dato die Infrastruktur und Wasserversorgung immer noch nicht gegeben war.“ Die Spenden waren wieder überwiegend von privaten Spendern sowie kleinen und größeren Handwerksbetrieben und einer Chemiefabrik aus dem Raum Altötting.
Das gespendete Material wurde diesmal auf einen 24tonner LKW und einen Autoanhänger geladen. Mit dabei Bürgermeister Andreas Zepper. Er wollte sich vor Ort selbst über die Lage und die Hilfslieferungen überzeugen. Ein halbes Jahr nach der Flut war das Ausmaß der Zerstörung nach wie vor immens, die freiwilligen Helfer aus Tyrlaching „fassungslos und enttäuscht“. Und weiter: „Wir sahen mit eigenen Augen die Zerstörung und unterhielten uns mit Betroffenen, die uns berichteten, dass nichts so in Ordnung ist, wie Presse und Politik es darstellen.“ Oft hätten sie gehört, dass die Betroffenen von Kommunen, Land und Regierung im Stich gelassen werden. Die Politik hätte den kurzen, unbürokratischen Dienstweg, sofortige Auszahlung von Hilfsgeldern versprochen. Aber nichts davon sei bei den Betroffenen angekommen. „Das Ausmaß der Gewalt des Wassers ist bis zum heutigen Tag noch lange nicht abgearbeitet“, ergänzt Perschl.
„Das Ausmaß der Gewalt des Wassers ist bis zum heutigen Tag noch lange nicht abgearbeitet”
Die dritte Tour stand deshalb vor der Tür: ein Großhandelsunternehmen aus dem Landkreis Traunstein bot Badezimmermöbel, Ausstellungsstücke im Wert von ca. 60.000 € an, eine Fertighaus Firma aus dem Raum Niederbayern hatte Material für ca. 50.000. € für die Betroffenen im Ahrtal. Nach einem erneuten Spendenaufruf kamen im Gesamten – also mit Material und Geldspenden — 120.000 € zusammen. Von den Geldspenden besorgte Perschl wieder das nötige Baumaterial und im Juni ging es wieder ins Ahrtal. Dort war die Freude bei den Flutopfern über die Hilfe nach wie vor groß. Nach Aussage der Leidtragenden der Flutkatastrophe sei die Lage im Ahrtal weiterhin dramatisch und noch lange keine Normalität in Sicht.
Die Dankbarkeit der Menschen, die Erfahrungen, die Markus Perschl sammeln durfte, lassen ihn nicht ruhen: „Letztendlich werde ich weitermachen, mit einer weiteren Fahrt ins Ahrtal noch in diesem Jahr!“, verspricht er. „Es gilt zu helfen, ehrenamtlich, unbürokratisch und ohne Bezahlung. Die Menschen im Ahrtal haben es durch ihren Mut, ihre Ausdauer und ihrer Willensstärke mehr als verdient und ich möchte allen Helfern ab der ersten Stunde meinen höchsten Respekt und Dank aussprechen. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit.“
Markus Perschl bittet um Unterstützung, um weiter helfen zu können:
Bei Sach- und Lebensmittelspenden oder sonstigen Auskünften, wenden Sie sich bitte an:
Perschlmarkus.pm@gmail.com MobilTelWhatsApp: 0162 / 987 51 75
Spenden Konto Gemeinde Tyrlaching:
DE62 7116 0000 0001 6845 07
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Fluthilfe Ahrtal
Spendenquittung gibt es bei:
andreas.zepper@vg-kirchweidach.de unter dem Vermerk “Fluthilfe Ahrtal“ oder telefonisch unter 08623 / 98 86 – 0
Quelle: Markus Perschl