Bistum

Krieg im Heimatland - eine Studentin erzählt

Redaktion am 06.04.2022

Olga Soroka Bild: Monika Zieringer / pbp

Seit dem 24. Februar wird in der Ukraine gekämpft: Menschen sterben, Väter sind von den Familienangehörigen getrennt, ziehen in den Krieg um das Vaterland zu verteidigen, Mütter mit Kindern sind auf der Flucht. Eine Studentin aus Passau erzählt uns über den Krieg in ihrem Heimatland, der Ukraine.

Olga Sor­oka ist 25 Jah­re jung und kommt aus der Ukrai­ne. Sie stu­diert seit 4 Jah­ren in Pas­sau, macht jetzt ihren Mas­ter. Wie sie die Nach­richt vom Krieg in ihrem Hei­mat­land auf­ge­nom­men hat, wie es ihr und ihrer Fami­lie, Ver­wand­ten und Freun­den geht, das erzählt sie in der Radio­sen­dung Mensch‘n & G‘schicht’n“ des Bis­tums Pas­sau bei unserRadio.

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Wei­te Tei­le des Lan­des, vor allem die gro­ßen und stra­te­gisch wich­ti­gen Städ­te, sind mitt­ler­wei­le teils völ­lig zer­stört. Ein schnel­les zurück in die Ukrai­ne“ rückt gera­de für vie­le Geflüch­te­te in Anbe­tracht der trau­ri­gen Rea­li­tät in wei­te Fer­ne. Das wird klar, wenn man die schreck­li­chen Bil­der der Zer­stö­rung, des Todes, die­ses Kriegs anse­hen muss. Mit Schre­cken schaut die Stu­den­tin Olga Sor­oka die täg­li­chen Nach­rich­ten. Das Land war im Auf­schwung, erzählt sie. Bei den Besu­chen daheim, habe sie immer wie­der Fort­schrit­te im eige­nen Land gese­hen, sie dach­te über die eige­ne Zukunft im Hei­mat­land nach, wenn sie ihr Stu­di­um been­det hat. Die­se Zie­le und Träu­me wur­den durch den Angriffs­krieg durch Russ­land jäh zerstört.

Ich mag den Früh­ling. Putin hat mei­nen Früh­ling gestohlen”

Olga Soroka (Studentin aus der Ukraine, lebt in Passau)

Olgas Mut­ter gelang die Flucht aus der Ukrai­ne, sie ist mitt­ler­wei­le in Deutsch­land, in Pas­sau ange­kom­men. Sie ist jetzt am Dom­platz, im Pries­ter­se­mi­nar, ein Glück. Toch­ter Olga orga­ni­siert unter­des­sen die Hil­fe vor Ort. Sie über­setzt für die Geflüch­te­ten, die jetzt am Dom­platz im Pries­ter­se­mi­nar und im Bar­ba­ra­haus woh­nen. Sie unter­stützt bei Fra­gen, Behör­den­gän­gen, den klei­nen und gro­ßen Din­gen, was immer es ist. In den ers­ten Tagen des Krie­ges stand sie förm­lich unter Schock, sagt sie, konn­te nur schlecht schla­fen, ver­gaß zu essen. Der Aus­nah­me­zu­stand im Hei­mat­land, die stän­di­ge Sor­ge um Fami­lie und Ange­hö­ri­ge war kaum aus­zu­hal­ten. Ihr Tele­fon klin­gelt auch jetzt, über vier Wochen nach Aus­bruch des Krie­ges stän­dig, weil sie über­all gebraucht wird. Eigent­lich hat sie bereits zwei Jobs an der Uni Pas­sau, mit denen sie auch ihren Lebens­un­ter­halt bestrei­tet. Jetzt sind zwei wei­te­re hin­zu­ge­kom­men, immer in Ver­bin­dung mit der Unter­stüt­zung von Geflüch­te­ten aus der Ukrai­ne. Zum einen ist an der Uni eine Koor­di­na­ti­ons­stel­le ein­ge­rich­tet wor­den, wo Olga mit­ar­bei­tet, zum ande­ren ist sie jetzt noch zusätz­lich bei der Cari­tas aktiv.

Ich wün­sche mir, dass ich mei­ne Mut­ter nicht mehr wei­nen sehen muss”

Olga Soroka (Studentin aus der Ukraine, lebt in Passau)

Und das wünscht sich Olga: Ich wün­sche mir, dass wie­der Frie­den herrscht. Ich wün­sche mir, dass ich ein­fach so nach Hau­se zurück­keh­ren könn­te, dass ich mei­ne Mut­ter nicht mehr wei­nen sehen muss. Ich will wie­der mor­gens auf­wa­chen, ohne völ­lig gestresst alle Chats zu kon­trol­lie­ren, ob etwas Schlim­mes pas­siert ist, mein Leben wie­der genie­ßen. Ich mag den Früh­ling. Putin hat mei­nen Früh­ling gestoh­len. Ich wün­sche mir, dass ich alle mei­ne Freun­de wie­der leben­dig sehen kann…und dass die­ser Krieg bald vor­bei ist, das ist das Wichtigste.“

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