Soziales

KDFB bietet Trauergruppe an

Redaktion am 14.09.2021

September21 trauergruppe Foto: Mareen Maier / KDFB
Die beiden KDFB-Trauerbegleiterinnen Ulrike König (links) und Brigitte Hartl bestärken die Teilnehmer*innen der festen Trauergruppe darin, ihrer Trauer Raum zu geben, damit der tiefgreifende Verlust verarbeitet werden kann.

Zuhören, ohne zu werten – Perspektiven aufzeigen, ohne den Schmerz zu verleugnen: Brigitte Hartl und Ulrike König, zwei langjährige Trauerbegleiterinnen des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in der Diözese Passau, bieten ab Oktober erneut eine feste Trauergruppe an. Sie möchten Trauernden dabei helfen, den Weg zurück ins Leben zu finden.

Für Trau­er gibt es kein Kon­zept. Jeder Mensch trau­ert anders und geht mit der Bewäl­ti­gung des Ver­lus­tes indi­vi­du­ell um. Wäh­rend bei man­chen Trau­ern­den die Auf­ar­bei­tung unmit­tel­bar nach dem Todes­fall beginnt, benö­ti­gen ande­re etwas mehr Zeit. Grund­sätz­lich ist unse­re Bot­schaft: Die Auf­ar­bei­tung kann jeder­zeit star­ten“, sagen Hartl und König. Die fes­te Trau­er­grup­pe beginnt am 6. Okto­ber 2021. An die­sem Tag und den sie­ben dar­auf­fol­gen­den Mitt­wo­chen wird die Grup­pe jeweils zwei Stun­den zusam­men­kom­men. Der Zeit­raum wur­de dabei ganz bewusst gewählt. Aller­hei­li­gen fällt hin­ein und wir nähern uns dem Advent und Weih­nach­ten. Das ist immer eine sehr schwie­ri­ge Zeit für Trau­ern­de und des­halb eine sehr pas­sen­de Zeit für unse­re Trau­er­grup­pe“, so König. In der Grup­pe soll ein wert­vol­les Mit­ein­an­der ent­ste­hen, das die Teilnehmer*innen ein Stück weit durch die emo­tio­nal und kör­per­lich sehr belas­ten­de Zeit tra­gen kann. Es geht uns dar­um, Trau­ern­den einen geschütz­ten Raum zu bie­ten, in dem sie sich begeg­nen kön­nen. In der Grup­pe wer­den neue Bekannt­schaf­ten geschlos­sen. Nicht sel­ten ent­ste­hen­de tie­fe Freund­schaf­ten“, sagt König. Gera­de nach den lan­gen Mona­ten der coro­nabe­ding­ten Iso­la­ti­on sei es beson­ders wich­tig, Mög­lich­kei­ten zum Aus­tausch zu eröff­nen. In der Lock­down-Zeit hät­ten sich vie­le Men­schen sehr allei­ne gefühlt. Für Trau­ern­de ist es aber sehr wich­tig, dass da jemand ist, der ihnen zuhört und sie ver­steht“, fol­gert König. Die fes­te Trau­er­grup­pe kann das bie­ten. Hier kom­men Men­schen zusam­men, die etwas ähn­li­ches erlebt haben. Die Trau­er ist das ver­bin­den­de Ele­ment. Das Erin­nern und Spre­chen über die gemein­sam ver­brach­te Zeit mit der ver­stor­be­nen Per­son ist sehr wich­tig. Trau­er gehört aus­ge­drückt, damit sie sich nicht in die See­le ein­drückt und krank macht. Sie muss nach außen gelan­gen. Wir zei­gen Ele­men­te, wie das gelin­gen kann“, so König weiter.

Im Zuge der Trau­er­grup­pe wer­den die Teilnehmer*innen dar­in bestärkt, Werk­zeu­ge zu ent­de­cken, die ihnen bei der Trau­er­be­wäl­ti­gung hel­fen oder auch nur etwas Ablen­kung schen­ken, um neue Kraft zu tan­ken. Da schlum­mert viel in uns, das uns in unse­rem Leben viel­leicht schon ein­mal in schwie­ri­gen Zei­ten gehol­fen hat, aber ver­ges­sen wur­de. Wir möch­ten den Trau­ern­den bei der Wie­der­ent­de­ckung hel­fen“, schil­dert Bri­git­te Hartl. Auch der kon­kre­te Ter­min ein­mal in der Woche hel­fe den Teilnehmer*innen, weil er Halt gibt. Für vie­le ist es anfangs unge­wohnt, sich in einer Grup­pe zu öff­nen. Das lässt im Vor­feld viel­leicht Angst oder ein Unwohl­sein auf­kom­men. Wir sehen aber immer wie­der, dass sich im Lau­fe der Zeit ein sehr wert­vol­les, gegen­sei­ti­ges Ver­trau­en auf­baut. Beim letz­ten Tref­fen sind die Teilnehmer*innen oft über­rascht, was sich in den ver­gan­ge­nen acht Wochen alles ver­än­dert hat. Der Weg bleibt stei­nig, aber sie sind ein gutes Stück vor­an­ge­kom­men“, so Hartl. Was die bei­den Trau­er­be­glei­te­rin­nen beson­ders freut: Vie­le Teilnehmer*innen tref­fen sich nach Abschluss der Grup­pe noch jah­re­lang pri­vat oder besu­chen gemein­sam das Trau­er­früh­stück, das der KDFB jeden drit­ten Don­ners­tag anbie­tet. Sie beglei­ten sich damit gegen­sei­tig und wer­den zu wich­ti­gen Stüt­zen füreinander.

Eine wei­te­re zen­tra­le Bot­schaft der bei­den Trau­er­be­glei­te­rin­nen: Alle Gefüh­le sind rich­tig und wich­tig. Und: Trau­er und Freu­de gehö­ren zusam­men. Man darf trau­ern, aber man soll­te sich auch zuge­ste­hen, den­noch zu lachen oder Freu­de zu emp­fin­den. Es braucht die­se Kraft­quel­len, um neue Ener­gie für das Leben zu gewin­nen. Vie­le Trau­ern­de haben aber ein schlech­tes Gewis­sen, denn sie haben das Gefühl, dass sie nach dem Ver­lust nicht mehr lachen dür­fen. Doch nur, weil man wie­der lacht, heißt das nicht, dass die ver­stor­be­ne Per­son ver­ges­sen ist“, beto­nen König und Hartl. Sie arbei­ten bereits seit fünf Jah­ren zusam­men. Das ist Basis für tie­fes gegen­sei­ti­ges Ver­trau­ern. Fast schon auto­ma­tisch strah­len König und Hartl in der Grup­pe Gebor­gen­heit aus, was beim Pro­zess des sich Öff­nens hilft. Zudem sind bei­de jeder­zeit zur Stel­le, falls eine Teil­neh­me­rin oder ein Teil­neh­mer eine inten­si­ve­re Beglei­tung benö­tigt. Wenn wir mer­ken, dass es für einen Trau­ern­den zu viel wird, neh­men wir die Per­son auch mal zu Ein­zel­ge­sprä­chen aus der Grup­pe, damit die Gefüh­le abge­baut wer­den kön­nen. In der Zwi­schen­zeit bleibt die jeweils ande­re Trau­er­be­glei­te­rin bei der Grup­pe“, sagt Bri­git­te Hartl. Sie weist zudem dar­auf hin, dass in der Grup­pe Schwei­ge­pflicht besteht. Das tra­ge noch­mals sehr zu der gebor­ge­nen Atmo­sphä­re bei.

Die fes­te Trau­er­grup­pe fin­det ab dem 6. Okto­ber 2021 immer mitt­wochs (06.10./13.10./20.10./27.10./03.11./10.11./17.11./24.11.) von 15 bis 17 Uhr in Pas­sau statt. Die genaue Ört­lich­keit wird bei der Anmel­dung bekannt gege­ben. Die Teil­nah­me­ge­bühr beläuft sich auf 50 Euro. Selbst­ver­ständ­lich wer­den im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie die gel­ten­den Hygie­ne- und Schutz­vor­schrif­ten umge­setzt. Eine Anmel­dung ist im KDFB-Diö­ze­san­bü­ro unter Tele­fon 0851/36361 oder per E‑Mail unter kdfb.​passau@​bistum-​passau.​de mög­lich oder direkt bei Ulri­ke König unter Tele­fon 08501/914422.

Text: Mareen Mai­er / KDFB

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