
Die Coronapandemie hat das Lebensgefühl der Menschen tiefgreifend verändert. Wie geht es den Menschen inmitten der Pandemie? Wie wird es - oder soll es danach weitergehen? Antworten auf diese Fragen versucht der Religions- und Wertforscher Prof. Paul M. Zulehner aus Wien zu geben. Er hat hierzu die Ergebnisse einer Studie ausgewertet und interpretiert sie pastoraltheologisch. Am Donnerstag hat ihn die KEB Passau zu einem Onlinevortrag eingeladen.
„Bange Zuversicht. Was Menschen in der Corona-Krise bewegt“ – so lautete der Titel des Vortrags von Prof. M. Paul Zulehner am Donnerstag. Eingeladen zum Onlinevortrag hatte die Katholische Erwachsenenbildung in Passau. Der rund einstündige Vortrag befasste sich mit den Ergebnissen einer Studie, was die Menschen in der Coronakrise bewegt. Da es aufgrund von technischen Problemen zu Störungen des Vortrags kam, steht der gesamte Vortrag online auf der Seite des Experten zur Verfügung (unter Aktuelles — hier steht auch die Präsentation des Referenten zum Download bereit).
Hier können Sie Auszüge des Vortrags im Radiobericht anhören:
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Die Coronapandemie hat das Lebensgefühl der Menschen tiefgreifend verändert. Zum Schutz von Risikogruppen wurde vorübergehend das gesellschaftliche Leben zum Stillstand gebracht. Dabei ist die Weltwirtschaft in eine dramatische Rezession geschlittert. Die teils drakonischen Maßnahmen wurden von einem Großteil der Bevölkerungen bereitwillig mitgetragen. Doch bald ist ein engagierter gesellschaftlicher Diskurs aufgebrochen. Diskutiert wird um grundsätzliche Fragen. Was hat Vorrang: Gesundheit und Sicherheit oder Freiheit und Wirtschaft? Nicht wenige sehen die Pandemie-Krise als Chance für Veränderungen. Sie sehen einen neuen Lebensstil kommen, beobachten eine beschleunigte Digitalisierung und fordern eine Ökologisierung der Ökonomie. Denn die Klimakrise sei weitaus gravierender als die Pandemie und fordere ebenso entschlossenes Handeln. Vom Lockdown betroffen sind auch die christlichen Kirchen und ihre gottesdienstlichen Versammlungen. Die Sorge geht um, dass sich in der Zeit der Pandemie viele Gewohnheitschristen den Kirchen weiter entwöhnt haben. Andere sehen im Rückzug des kirchlichen Lebens aus den Kirchengebäuden in die Häuser eine Chance zu dessen Entklerikalisierung und Erneuerung. Eine internationale Online-Umfrage in zehn Sprachen hat dazu die Meinungslage in den Bevölkerungen eingeholt. Dabei zeigt sich, dass in all den genannten Fragen die Bevölkerungen, aber auch die Nationen tief gespalten sind. Zudem stehen die Regierenden vor enormen sozialen und klimapolitischen Herausforderungen. Der Religions- und Wertforscher Paul M. Zulehner legt in seinem Vortrag die Ergebnisse der Studie vor und interpretiert sie pastoraltheologisch. „Bange Zuversicht. Was Menschen in der Corona-Krise bewegt“ ist auch als Buchtitel erschienen. (Text: Quelle: www.zulehner.org /pbp)
Der Onlinevortrag mit Prof. Zulehner wurde von der Katholischen Erwachsenenbildung in Passau organisiert. Die regionalen KEBs haben sich aufgrund der anhaltenden Pandemie entschlossen, ihre Online-Angebote zusammenzutragen, dass die Angebote auch Interessierten in der ganzen Diözese zur Verfügung stehen. Hier können Sie ein Radiointerview mit Veronika Emmer nachhören, sie ist die Geschäftsführerin der KEB im Bistum Passau.