
Unter dem Motto "Des braucht's wirklich! Auch mein Handeln zählt." machen sich Kirchen, Landkreise und die Stadt Passau in der Fastenzeit 2022 für Nachhaltigkeit und Klimaschutz stark. Unterstützt wird die Fastenaktion von Aschermittwoch bis Ostersonntag durch den KDFB-Diözesanverband Passau.
Eine Vision von einer besseren Welt vor Augen haben die Initiatoren der diesjährigen, inzwischen sechsten „Klima-Fastenaktion“ in der Region Passau. Zumindest ihren Teil dazu beitragen wollen katholische und evangelische Kirche, der Diözesanrat Passau, die beiden Landkreise Passau und Freyung-Grafenau und die Stadt Passau, in Unterstützung des KDFB-Diözesanverbands, des KDFB-VerbraucherServiceBayern und der Stabsstelle Umwelt des Bistums Passau. Sie alle wollen in den sieben Wochen der Fastenzeit zum Nach- und Überdenken von Nachhaltigkeit und Klimaschutz anregen. Die Fastenbroschüre mit sieben Themenblöcken, je einer zu jeder Fastenwoche, will jedem Einzelnen Impulse mit konkreten Vorschlägen für ein klimafreundlicheres Verhalten an die Hand geben. Dabei geht es um ganz alltägliche Dinge wie beispielsweise regionales Einkaufen, Umgang mit Wasser, Ressourcenschonung, Mobilität und Bodenbewirtschaftung. „Auch mein Handeln zählt!“ – so der Aufruf der Fastenbroschüre, der einmal mehr bekräftigt, dass Umwelt- und Klimaschutz und öko-sozialer Wandel nicht erst bei der Weltpolitik, sondern bei jedem Einzelnen anfangen. Davon sind die Akteure fest überzeugt. „Es ist wichtig, dass die Leute Klimaschutz aus voller Überzeugung angehen“, betonte der Passauer Landrat Raimund Kneidinger. „Und wir (Akteure) müssen die Menschen immer wieder dafür begeistern.“ Klimaschutz beginne schließlich mit Kleinigkeiten, erklärte Andreas Rother, stv. Bürgermeister der Stadt Passau, und verwies auf Dinge wie regionales Einkaufen, Kurzstrecken mit dem Auto vermeiden und Regenwasser sammeln.
Der im christlichen Grundverständnis so viel geachtete Schöpfungsgedanke spiegelt sich in vielen Teilen der Broschüre und der Fastenaktion allgemein wider. Als Einleger mit Gebeten ist er zudem enthalten, nicht zuletzt deshalb, weil er einen klima- und umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen voraussetzt. Deshalb engagiert sich das Bistum Passau, wie auch das ev.-luth. Dekanat Passau, schon seit Jahren mit Aktionen wie dieser für mehr Klima- und Umweltschutz einen und öko-sozialen Wandel – Stichwort Laudato Si. Die Papst-Enzyklika mit dem Titel „Über die Sorge um das gemeinsame Haus“ von 2015 hat die Brisanz dieses Themas aus kirchlicher Sicht aufgezeigt und das kirchliche Engagement für Klimaschutz nochmals verstärkt. „Ich weiß von keinem vergleichbaren Bündnis, das wir hier haben, das sich in solcher Weise für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzt“, bekräftigte Umweltreferent Josef Holzbauer, was seine Nachfolgerin Maria Maidl nur bestätigte. Und Peter Oberleitner, Geschäftsführer des Diözesanrats Passau, meinte: „Es ist schön, dass diese Runde der Akteure von Jahr zu Jahr wächst. Das zeigt, dass Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt.“
„Der Umgang mit der Schöpfung hat eine religiöse Dimension und ist Teil unseres Glaubens.“ Das bekräftigte Jochen Wilde, Dekan des ev.-luth. Dekanats Passau. Unbedingt notwendig sei im Hinblick auf nachhaltigen, weltweiten Klimaschutz die Vernetzung, was alle Akteure mit breitem Nicken nur bestätigten. Was es zudem brauche, sei Geduld, betonte Kathrin Plechinger, Geschäftsführerin des KDFB-Diözesanverbands Passau. „Bei uns ist Nachhaltigkeit schon seit vielen Jahren ein Thema. Doch merken wir auch, dass es hier einen langen Atem und Zeit braucht.“ Und nicht zuletzt muss die junge Generation anpacken; sie ist es, die ihre Zukunft in der Hand hat. Davon ist Franz Brunner, stv. Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau, fest überzeugt. „Deshalb freut es mich ganz besonders, dass hier und heute in dieser Runde so viele junge Menschen dabei sind.“ Diese vielseitige, stetig wachsende, altersgemischte Runde verabschiedete der Passauer Landrat Raimund Kneidinger schließlich mit den Worten: „Hoffen wir, dass es bei dieser Aktion nicht nur bei sieben Wochen bleibt, sondern sehr viel länger.“
Informationen und Broschüre zur Fastenaktion
Die Fastenbroschüre können Sie beim Diözesanrat Passau entweder telefonisch unter der Nummer unter der Nummer +49 0851 393‑7210 oder online per E‑Mail bestellen an diözesanrat@bistum-passau.de. Zudem finden Sie sie hier als Download: