„Manchmal legt uns das Leben Steine in den Weg und stellt uns vor Herausforderungen. Diese fordern uns und bringen uns an unsere Grenzen.“ – Mit diesem einleitenden Satz beginnt der Einladungsflyer für die gemeinsame Jugendmaßnahme der Kirchlichen Jugendbüros Freyung und Pocking mit der Katholischen Jugend Oberösterreich, der junge Erwachsene ermuntern soll, neue Gegenden und persönliche Horizonte kennenzulernen. Vom 27. – 28. August 2020 veranstalteten die Jugendbüros mit der KJ OÖ im Rahmen einer Länderpartnerschaft eine internationale Jugendbegegnung im Oberen Mühlviertel auf dem sog. „Granitweg“, der relativ neu entlang der Ortschaften Helfenberg, Haslach, St. Peter, usw. führt.

Die Herausforderung für das Vorbereitungsteam war dabei die kurze Vorbereitungszeit und die sehr lange ungewisse Situation, ob dieses Projekt aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden kann und darf. Nach reiflicher Überlegung und entsprechendem Schutz- und Hygienekonzept beschloss man, mit dieser Tour einen kleinen Neustart für die Jugendarbeit. Dank der Unterstützung durch die Diözesen Passau und Linz sowie der Förderung des Kreisjugendrings Freyung-Grafenau konnten die durch Corona entstandenen Mehrkosten getragen werden und es konnte für die insgesamt 24 jungen Erwachsenen am Morgen des 27.08.2020 losgehen. Bereits sehr früh machten sich deutsche und österreichische Jugendliche aus verschiedenen Gegenden Oberösterreichs und der Diözese Passau auf den Weg nach Helfenberg, von wo aus das Granitpilgern unter dem Motto „Leben G´spian“ startete. Nach einem ersten Kennenlernimpuls wuchs die Gruppe innerhalb kurzer Zeit mehr und mehr zu einer Einheit zusammen. Barrieren zwischen den Ländern waren sehr bald nicht mehr spürbar. Durch wunderbare Waldwege entlang der Steinernen und Großen Mühl tauschte man sich aus und konnte durch kurz und knackige Impulse über das eigene Leben nachdenken bzw. dem eigenen Leben „nachspüren“. Besondere Highlights entlang der Tour waren Badeplätze, um sich zu erfrischen und eine kurze Schlauchboot-Tour am Beginn des zweiten Tages zwischen Furthmühle und Haslach. Dabei konnten nicht nur verschiedene Stolpersteine im Wasser erspürt und beseitigt werden. Die Teilnehmer stärkten dabei ihre Weg- und Pilgergemeinschaft durch die Zusammenarbeit auf einem Boot und durch die lustigen Wasserspiele am Rande. Im Anschluss an diese Bootsparty erhielten alle wieder Impuls, um die Bootsfahrt mit dem eigenen Leben zusammenzubringen. So konnten Impulse wie „Wer sitzt mit mir im Boot des Lebens?“ oder „Wie gehe ich bzw. gehen wir mit Stolpersteinen/Hürden um?“ den roten Faden und die Brücke zum gemeinsamen Gottesdienst am Vorabend herstellen. Dieser Gottesdienst fand mit Kerzenlicht und Fackelschein im Garten des Stiftes Schlägl statt und stärkte das Vertrauen in Gott und Jesus Christus, der in den verschiedensten Situationen unseres Lebens da ist – manchmal bewusster, aber auch manchmal unbewusster.
Zum Abschluss der zweitägigen Tour ließen sich die TeilnehmerInnen kurz vor St. Peter im Mühlkreis an einem besonderen Kraftort nochmal für den bevorstehenden Alltag stärken. Anschl. ging es in Fahrgemeinschaften wieder in die Heimatorte zurück. Zuvor jedoch wurde allen TeilnehmerInnen noch die Einladung für eine nächste Pilgertour im Jahr 2021 ausgesprochen. Vom 01. – 05. September 2021 geht es unter dem Motto „Stadt.Land.Fluss“ als geh.bet.tour 2.0 durch weite Teile der Diözese Passau auf den Spuren des Stift- und Bistumlandes. Infos und Voranmeldungen können jederzeit unter 08551/ 5550 oder bei der Kath. Jugend Oberösterreich gegeben und entgegengenommen werden.
Text: Johannes Geier