Das glauben wir

Verse für Gott!

Redaktion am 18.08.2023

230820 Predigt Baer Title TV Foto: Bayer / pbp

Wörter dienen der Verständigung und des Verstehens. Worte können nicht alles ausdrücken, aber sie können hindeuten auf das was nicht mehr gesagt, sondern nur noch gefühlt werden kann, so wie es oftmals bei Prosa und Lyrik der Fall ist. Mehr dazu von Dompropst Dr. Michael Bär in seiner Predigt zum 20. Sonntag im Jahreskreis am 20. August 2023.

Urlaubs­zeit ist Lese­zeit. Wir lesen, um uns zu unter­hal­ten, aber auch, um uns zu bil­den. Lesen Sie manch­mal Gedich­te, kei­ne lan­gen Roma­ne, son­dern weni­ge Ver­se, die uns inner-lich bewe­gen? Drei lyri­sche Bei­spie­le erlau­be ich mir, Ihnen vorzutragen.

Die Psal­men sind ein Lie­der­buch der Bibel. Glau­bens­ly­rik. Die Tra­di­ti­on schreibt eini­ge von ihnen König David zu. Ly-rik sind Zei­len, die zur Lyra, zur Lei­er, zur Musik vor­ge­tra­gen wer­den. Der Kan­tor singt des­halb im Ant­wort­psalm die­se Ver­se. Sie stam­men an die­sem Sonn­tag aus dem Psalm 67.

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Gott sei uns gnä­dig und seg­ne uns.
Er las­se sein Ange­sicht über uns leuch­ten,
damit man auf Erden dei­nen Weg erken­ne,
dei­ne Ret­tung unter allen Völ­kern.
Die Natio­nen sol­len sich freu­en und jubeln,
denn du rich­test die Völ­ker nach Recht
und lei­test die Natio­nen auf Erden.
Die Völ­ker sol­len dir dan­ken, o Gott,
dan­ken sol­len dir die Völ­ker alle.
Die Erde gab ihren Ertrag.
Gott, unser Gott, er seg­ne uns!
Es seg­ne uns Gott!
Fürch­ten sol­len ihn alle Enden der Erde.

Ein heil­sa­mes Gedicht. Denn es beschreibt Gott als den seg­nen­den, der uns ret­tet. In allen Lebens­la­gen brau­chen wir den Segen. Ein Segens­ge­dicht stärkt und trös­tet uns.

Urlaubs­zeit ist Rei­se­zeit. Wir freu­en uns auf unbe­kann­te Gegen­den, schö­ne Archi­tek­tur, beein­dru­cken­de Kul­tur. Und natür­lich Ent­span­nung und Erho­lung. Doch sein Jah­res­glück allein auf den Urlaub zu bau­en, wäre zu kurz gedacht. Der Lyri­ker Gott­fried Benn hat sich wert­vol­le Gedan­ken zum Rei­sen gemacht:

Mei­nen Sie Zürich zum Bei­spiel
sei eine tie­fe­re Stadt,
wo man Wun­der und Wei­hen
immer als Inhalt hat?
Mei­nen Sie, aus Haba­na,
weiß und hibis­kus­rot,
brä­che ein ewi­ges Man­na
für Ihre Wüs­ten­not?
Bahn­hof­stra­ßen und Rueen,
Bou­le­vards, Lidos, Laan –
selbst auf den Fifth Avenue­en
fällt Sie die Lee­re an –
ach, ver­geb­lich das Fah­ren!
Spät erst erfah­ren Sie sich:
blei­ben und stil­le bewah­ren
das sich umgren­zen­de Ich. 

Schließ­lich las­sen wir Rei­ner Kun­ze zu Wort kom­men. In die­sen Tagen fei­er­te der bekann­te Lyri­ker sei­nen 90. Geburts­tag. Er bringt Gott ganz behut­sam zur Spra­che. Ein Regen­tag gewinnt nach der Lek­tü­re des fol­gen­den Gedich­tes eine neue Bedeutung.

Zuflucht noch hin­ter der zuflucht
Hier tritt unge­be­ten nur der wind durchs tor
Hier ruft nur gott an
Unzäh­li­ge lei­tun­gen läßt er legen
vom him­mel zur erde
Vom dach des lee­ren kuh­stalls
aufs dach des lee­ren schaf­stalls
schrillt aus höl­zer­ner rin­ne
der regen­strahl
Was machst du, fragt gott
Herr, sag ich, es reg­net, was soll man tun
Und sei­ne ant­wort wächst grün durch alle fenster

Was für eine Glau­bens­hoff­nung hin­ter die­sen kur­zen Zei­len. Manch­mal ver­gisst jemand sein Han­dy aus­zu­schal­ten und es läu­tet wäh­rend der Mes­se. Dar­auf sage ich ger­ne: Hier ruft nur Gott an. Amen.

Impuls von Dom­propst Dr. Micha­el Bär

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