
Mit der Geburt Jesu Christi kommt Segen des Himmels in die Welt! An Weihnachten tritt er unter uns auf als jemand, der absolut liebt, der unendlich mitfühlt und versteht, der barmherzig ist, der tröstet, der mitleidet, sich mitfreut und einfach an unserer Seite bleibt. Ein Impuls zum 4. Advent am 22. Dezember 2024 von Domdekan Hans Bauernfeind.
In der U‑Bahn kommt ein älterer Mann in den Wagon. Die obere Fensterluke ist gekippt. Es zieht. Er schließt das Fenster. Eine Frau öffnet es wieder. Ihr ist es zu stickig. Es entsteht ein Streit. Wutentbrannt steigt die Frau bei der nächsten Station aus. Der Mann bleibt und ärgert sich mächtig. – Begegnungen von Menschen können so enden. Bekanntlich wirkt sich Streit sehr negativ aus. Energie geht verloren. Der Rest des Tages steht unter dunklen Wolken. Der ganze Mensch ist geschwächt.
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Heute im Evangelium treffen sich zwei Frauen, die schwanger sind: Maria mit Jesus, Elisabeth mit Johannes. Mit den Frauen kommt es auch zur Begegnung zwischen Jesus und Johannes. Jesus steht im Mittelpunkt. Das Kind Elisabeths, Johannes, hüpft vor Freude in ihrem Leib. Wer Jesus begegnet, muss sich nicht ärgern. Wer ihn trifft, bekommt Energie zugeführt. Schon vor der Geburt zeigt sich: Gott kommt, um den Menschen eine Begegnung zu schenken, die aufatmen lässt, die Energie zuführt, die aufrichtet und belebt. In Jesus, dem Sohn Gottes, tritt unter uns jemand auf, der absolut liebt, der unendlich mitfühlt und versteht, der barmherzig ist, der tröstet, der durch dick und dünn mitgeht, mitleidet, sich mitfreut, einfach an der Seite bleibt – wenn ich mich danach sehne.
Wohin Jesus kommt, wo er zugelassen ist, wo er ersehnt und erhofft wird, dort füllt sich das Leben mit Segen. Darum kann Elisabeth zu Maria sprechen: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ (Lk 1, 42)
Unter diesem Vorzeichen schauen wir auf das Weihnachtsfest. Zu uns allen kommt der Gottessohn Jesus Christus, geboren von der Jungfrau Maria. Wir dürfen uns voller Hoffnung dem Kind nähern, in dem Gott uns entgegenkommt. Mit ihm kommt der Segen vom Himmel zu uns. Wie immer es uns geht, wie immer wir unser Leben erfahren: Es kommt der Segen zu uns – zu ihnen und mir.
Hans Bauernfeind
Domdekan