
Die Fastenzeit erinnert uns, dass wir nur eine begrenzte Zeit auf Erden geschenkt bekommen haben. Aber: Gott hat Geduld mit uns. Er gibt uns die Zeit, uns immer wieder neu auf das Evangelium auszurichten auf dem Weg unseres Christseins. Nutzen wir sie! Ein Impuls zum 23. März 2025 von Generalvikar Josef Ederer.
„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ – „Kehr um und glaub an das Evangelium.“ Mit diesen Worten zur Aschenauflegung beginnt am Aschermittwoch die Fastenzeit. Wir wurden erinnert, dass wir auf dieser Welt nur eine begrenzte Zeit geschenkt bekommen haben, in der wir unser Leben gestalten und verbunden mit Gott leben dürfen und sollen.
Zeiten, wie die Fastenzeit laden in besonderer Weise ein, uns das wieder bewusst zu machen und uns neu am Evangelium zu orientieren und auszurichten. In der kommenden Woche ist schon wieder die Halbzeit der diesjährigen Fastenzeit. Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie weit bin ich gekommen mit meinen Vorsätzen? Sind schon Früchte gewachsen – im Blick auf meine Beziehung zu Gott, auf die Beziehung zu Mitmenschen, in mir selber?
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Im heutigen Evangelium erzählt Jesus in einem Gleichnis von einem Mann, der in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt hat. Drei Jahre lang kommt er und schaut nach, ob er Früchte trägt, aber er fand keine. Im dritten Jahr sagt er zu seinem Winzer: „Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?“ Der Winzer erwiderte ihm: „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!“
Dieses Gleichnis steht einerseits für die göttliche Geduld mit uns Menschen. Er schenkt uns Zeit uns an ihm auszurichten, in der Liebe zu ihm zu wachsen, Gutes zu tun, die Welt in seinem Sinne zu gestalten, Frieden zu stiften, Versöhnung zu schenken und dort umzukehren, wo Wege in die falsche Richtung führen. Gott hat große Geduld. Doch so groß sie auch ist, sie ist auch begrenzt. Das Gleichnis macht auch das deutlich: Wenn keine Früchte kommen, wird der Feigenbaum gefällt! Irgendwann ist es zu spät. Darum: Nützen wir die Zeit, die uns geschenkt ist! Konkret bezogen auf die Fastenzeit, die Halbzeit, die wir auf Ostern hin noch haben!
Josef Ederer
Generalvikar