
Rund 15 Vertreterinnen und Vertreter der geistlichen Gemeinschaften im Bistum Passau sind in Spectrum Kirche zum Austausch zusammengekommen. Brigitta Neckermann-Lipp, Leiterin des Referats Exerzitien, Spiritualität und Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen im Bistum, hat die Gemeinschaften dazu eingeladen, sich miteinander zu vernetzen und Wege für eine Zusammenarbeit zu finden. Bischof Stefan Oster stimmte mit seinen Gedanken in den Austausch mit ein und brachte den Teilnehmenden weitere Impulse mit.
Zu Beginn des Tages konnten alle Vertreterinnen und Vertreter zunächst ihre Gemeinschaften vorstellen. Vor Ort waren die Katholische Charismatische Erneuerung, Lumen Christi, Cursillo, die Loretto Gemeinschaft, die Gemeinschaft Emmanuel, die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL), sowie die Franziskanische Gemeinschaft (OFS).
Dabei ging es neben Entstehungsgeschichten, aktuellen Projekten und regelmäßigen Treffen vor allem um die jeweiligen spirituellen Schwerpunkte und Herausforderungen. Daraus ergaben sich bereits einige Fragen und Verbindungen unter den Gemeinschaften, die miteinander diskutiert wurden. Ein gemeinsames Anliegen, das sich beispielsweise zeigte, war, wie man die Arbeit der Gemeinschaften und das Pfarrei-Leben mehr zusammenbringen kann. Häufig bestehe gegenüber den Gemeinschaften eine gewisse Zurückhaltung und auch Unwissenheit. Hier sei die Frage, wie man die Leute gut mitnehmen könne. Auch der Nachwuchsmangel beschäftigte einen Großteil der Gemeinschaften. Hier sei es vor allem der Übergang von Jugend ins Erwachsenenleben, bei dem viele junge Erwachsene aussteigen würden.
Bischof Stefan Oster fand es besonders schön zu sehen, welcher Reichtum durch die geistlichen Gemeinschaften vorhanden sei. Die Diözese sei nicht so sehr geprägt von den Gemeinschaften, mehr vom Pfarrei-Leben, doch sei ihre Arbeit sowohl Schatz als auch Chance. Es sei eine große Herausforderung, in eine gläubige Vertiefung zu kommen. Darüber, wie man mit den Angeboten der Gemeinschaften an die Menschen in den Pfarreien herantreten und sie dabei unterstützen könne, diskutierte der Bischof mit den Teilnehmenden des Treffens.
Auch auf der Weltsynode in Rom seien kleine christliche Gemeinschaften aus dem globalen Süden ein präsentes Thema gewesen. „Gebet miteinander teilen, Glauben teilen, Zeugnis geben, sich gegenseitig stärken, Gott in ihr Leben mit hinein nehmen“, so beschreibt Bischof Oster das Wirken der Gemeinschaften. Sie seien sprachfähig und hätten gelernt in kleiner vertrauter Runde über ihren Glauben und ihr persönliches Gottesverhältnis zu reden. Die Rückkehr zum Evangelium und die Beschäftigung mit dem Wort Gottes habe mitunter einen konservativen Klang und treffe immer wieder auch auf Widerstand. Hier suchte die Runde nach Möglichkeiten, zusammenzuarbeiten, um den Menschen die Angst zu nehmen und Verbindung zu schaffen.
„Mutter Theresa hat einmal gesagt: „Früher habe ich gedacht, ich muss die Leute bekehren“, zitiert Bischof Oster. „Und jetzt sagt sie: „Ich habe gelernt, ich muss sie einfach lieben. Und die Liebe bekehrt, wen sie bekehren will.““ Das sei ein aus einem tiefen geistlichen Erfahrungsschatz gewonnenes Wort. Und trotzdem dürfen wir nicht aufhören, den Herrn so zu verkünden, wie er sich uns ins Herz gelegt habe. Auch in der Enzyklika „Dilexit nos“ heiße es, es sei der größte Wunsch von jemandem, der aus ganzem Herzen Missionar ist, von Christus durch das Zeugnis so zu sprechen, dass andere sich nicht anstrengen müssen, ihn zu lieben. Vor diesem Hintergrund wollen die Teilnehmenden des Treffens gemeinsam mit Bischof Oster nach einer Plattform suchen, um sich zu vernetzen und auch mit den Menschen in den Pfarreien zusammenzukommen.