
Die Passauer Jugendfußwallfahrt nimmt heuer nicht nur Altötting, sondern viele Wallfahrtsziele im Bistum Passau in den Blick. Im zwölften Teil unserer Serie: die Wallfahrtskirche Gartlberg in Pfarrkirchen – sie zählt zu den bedeutendsten Mariengnadenstätten im Bistum.
Der Hutmacher Wolfgang Schmierdorfer wollte eigentlich nur in Ruhe beten. Und zwar vor einem Marienbild, das er 1634 in Regensburg gegen einen Laib Käse eingetauscht hatte. Weil er sich aber angeblich von seiner Frau Vorwürfe anhören musste, dass er statt täglich Andacht zu halten, sich besser um die Kinder und ums Geldverdienen kümmern solle, brachte er das Bild am 3. März 1659 heimlich auf den Gartlberg und heftete es an eine Föhre. Mit der Ruhe war es aber auch dort bald vorbei: Bauernmädchen entdeckten das Bild, und schonan „den folgenden Osterfeiertagen erlebte es einen starken Zulauf des frommen Volkes“, wie Adolf Hochholzer in seinem Büchlein„300 Jahre Wallfahrtskirche Gartlberg“ festhält. Am 23. Juni 1660 ereignete sich dann auch ein erstes Wunder: eine scheinbar leblose Bauernmagd, die in eine tiefe Wassergrube gefallen war, erwachte wieder zum Leben.