
Ein volles Gotteshaus mit vielen jungen Menschen hatte Bischof Stefan Oster bei seiner Katechese in Panama Stadt (WJT) vor sich. Sein Thema: Hier bin ich (Samuel). Seine Botschaft: Glaube in Gemeinschaft feiern - und jeden Tag Stille mit Gott leben.
Die Kirche San Francisco de la Caleta liegt in einem ruhigeren Stadtteil von Panama Stadt. Alle Bänke, Fensterbretter und Treppenstufen waren besetzt, als Bischof Stefan Oster seine Katechese begann – so viele junge Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz interessierten sich für das Thema: Hier bin ich.
Ausgehend von der Geschichte des jungen Samuel, der Gottes Stimme hört und mit dem Satz „Hier bin ich“ antwortet (1 Sam 3 ff.), ging der deutsche Jugendbischof darauf ein, wie wichtig es ist, dass allem Tun das Sein vorausgehe. Alle Menschen seien von Gott gewollt und einzigartig, sagte Bischof Stefan, und das noch bevor sie irgendetwas geleistet hätten: „Deshalb wünscht er sich, dass wir zu ihm wirklich voller Vertrauen Vater sagen — und es auch meinen“. Und er zitierte den Kirchenlehrer Augustinus: „Der Vater liebt dich so, als wärst du der einzige Mensch auf der Welt.“ Er wünsche allen, dass sie Gott als einen echten Vater erfahren könnten, sagte Bischof Stefan. Und die Tür zum Vater sei Jesus — der gekommen ist, um uns in die Gotteskindschaft zurückzuführen.
Wer im Vertrauen leben kann, dass er wirklich einen Vater hat, der komme bei sich „im Sein“ an, wie ein Kind, das weiß, dass Mama oder Papa immer da ist und sich kümmert. Sie sind einfach da, sie vergleichen sich nicht mit anderen, sondern man erkenne sie meistens daran, dass sie etwas für andere tun, fuhr Bischof Stefan fort. Und zwar nicht, um besser dazustehen oder anderen imponieren zu wollen, sondern einfach aus Liebe zu Gott und den Menschen.
Doch wie soll das gehen? Kann man das lernen? Bischof Stefan gab den Weltjugendtagsteilnehmern einige Ratschläge mit. Sie sollten sich zusammentun und in Gemeinschaft ihren Glauben feiern, sagte er. Wie das gehe, übten sie ja bereits auf diesem Weltjugendtag. Außerdem sei es darüber hinaus wichtig, regelmäßig in die Stille zu finden. „Nehmt euch ein paar Minuten Zeit, jeden Tag“, sagte er. Zeit, um sich innerlich zu öffnen, sich auf Gott auszurichten, ihm zu danken, auf ihn zu hören. So, wie Samuel „Hier bin ich“ gesagt hatte. Es brauche die Bewegung nach innen und die Bewegung nach außen — als Hingabe, so der Bischof. Und daher riet er den Jugendlichen, so oft es geht, selbstlos und ohne Hintergedanken etwas für andere zu tun. Zudem: „Die Beziehung zu Christus ist die wichtigste unseres Lebens – und das sagt nicht der Bischof, sondern er selbst: ‘Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben’. — Und er führt uns zum Vater — und zu den anderen Menschen.”
Text und Fotos: Anna Hofmeister